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Virus

In Kürze
Ein Virus ist ein Codefragment (Teil eines lauffähigen Programms), das sich an andere Dateien anhängt oder andere Programme benutzt, um sich zu vermehren und Schaden anzurichten.

Synonyme und Abkürzungen
Wurm, Malware (von engl. "malicious software", "bösartige Software").

Ähnliche Begriffe
Hoax, Spyware, Trojaner, Virenscanner

Überblick
Viren werden von Fachleuten auch "Malicious Software" ("Malware"), bösartige Software genannt. Ein wichtiges Gegenmittel sind Virenscanner.

Während Viren in der ursprünglichen Definition immer ein Wirtsprogramm benötigen (entweder eine Datei oder ein Programm, über das sie aufgerufen werden), können die ebenfalls zu den Viren gerechneten "Würmer" sich selbst vermehren und verbreiten. Die Grenze zwischen Viren und Würmern ist heute im Sprachgebrauch unscharf.



 

   

 

Abbildung 1: Aktives Virus

 



Detail
Klassische Viren nisten sich meistens in ausführbaren Programmen ein (.exe, .com, .pif). Dabei hängen sie sich entweder an das Programm an oder integrieren sich unter Löschung von Programmcode in das Programm, um nicht durch eine veränderte Dateigrösse aufzufallen. Sobald das Programm gestartet wird, wird der Virus aktiv und versucht sich zu verbreiten, indem er andere Programme infiziert. Der Boot-Sektor eines Rechners (der für das Starten des Rechners notwendige Informationen enthält) kann ebenfalls von einem Virus befallen werden (Boot-Viren). Dies ist besonders kritisch, da dadurch alle Rechnerfunktionen beeinträchtigt werden. Boot-Viren verbreiten sich primär über befallene Disketten, die im Laufwerk A: vergessen wurden. Die meisten Rechner sind so konfiguriert, dass sie zuallererst versuchen, von Laufwerk A: zu booten. Das ist zwar sinnvoll, wenn man den Rechner trotz beschädigter oder fehlender Festplatte starten können möchte, führt aber zu einer Infektion, wenn zufällig eine virenverseuchte Diskette im Laufwerk steckt.

Makro-Viren sind Skripte, die auf der mit Visual Basic verwandten Makro-Sprache von Microsoft Word oder Ecxel beruhen. Sie verbreiten sich z.B. über .doc-Dokumente, hängen sich beim Öffnen des befallenen Dokumentes an die mit jedem Dokument benutzte Formatvorlage Normal.dot und infizieren so in Folge alle Dokumente, die mit Word geöffnet und bearbeitet werden. Vor Befall schützt man sich am besten, indem in Microsoft Office der automatische Start von Makros verboten wird oder für die Textverarbeitung andere Software als Microsoft Word zum Einsatz kommt. Für den Dokumentenaustausch empfiehlt es sich, Formate wie TXT, RTF oder PDF zu nutzen.

Sich selbst verbreitende Viren werden "Würmer" genannt. Dazu gehören an der Grenze zu den Viren die VBS-Würmer, die inzwischen über "Construction Kits" (Baukästen) auch von Nicht-Programmierern erzeugt werden können. VBS-Würmer sind Visual-Basic-Skripte, die in Windows vom "Windows Scripting Host" verarbeitet werden und so z.B. ihre Verbreitung über E-Mail steuern. Letztere werden auch E-Mail-Viren genannt, sind aber strenggenommen E-Mail-Anhang-Viren.

Da Würmer in E-Mail-Anhängen über die Endung .vbs oder .pif leicht vom Empfänger erkannt werden können, werden oft die Dateien umbenannt, z.B. von happy.vbs zu happy.jpg.vbs. Damit täuscht die vbs-Datei vor, eine ungefährliches jpg-Bild zu sein. Intelligente Mailprogramme warnen inzwischen vor Dateien mit zwei Endungen.

"Echte" Würmer bestehen zumeist aus einer .exe-Datei, die bei ihrem Aufruf den Virus im System installiert und eigenständig arbeitet. Gefährlich sind auch .scr-Dateien ("Screensaver", Bildschirmschoner), da sich diese auf einem Rechner selbstständig installieren können.

Viren unterliegen wie ihre biologischen Artgenossen der Mutation. Um diese Mutationen abzufangen, suchen Virenscannern nicht nur nach bekannten Viren, sondern über Ähnlichkeitsmuster auch nach verwandten Abkömmlingen. Mutationen erstecken sich dabei von manuell variierten Namen und Dateiendungen über veränderte Funktionalität bis hin zu polymorphen Viren, die sich selbstständig wechselnd verschlüsseln können. Am bekanntesten sind Viren für das Betriebssystem Windows 9x und 2000. Gründe hierfür sind

  • umfassende Rechte des Nutzers auf diesen Systemen
  • Sicherheitslücken in Windows
  • unsichere Einstellungen im Internet Explorer und Outlook, z B. automatisches Ausführen von E-Mail-Anhängen in Outlook
  • extrem hohe Verbreitung des Betriebssystems

Inzwischen sind auch für Unix/Linux und Windows NT Würmer, Makroviren und Trojaner aufgetaucht. Es wird vermutet, dass die Zahl der Unix/Linux-Viren stark zunehmen wird, wenn diese Betriebssysteme eine höhere Verbreitung erreichen.

Nach Schätzungen sind nur ca. 5 % der Viren wirklich destruktiv angelegt und richten Schäden an (Datenverlust, Dateiumbenennungen, Manipulation vorhandener Programme). Bei den anderen 95% werden Schäden primär durch Überreaktionen der Anwender verursacht.

Folgende Vorsorgemassnahmen sind bei Viren sinnvoll:

  • Keine E-Mail-Attachments ausführen (besonders .vbs, .exe, .pif, .scr und solche, die von unbekannten Absendern stammen)
  • Download von Programmen nur bei bekannten Anbietern
  • Regelmässig wichtige Daten auf externes Medium (z.B. Diskette, CD-R speichern)
  • Virenfreie Boot-Diskette erstellen
  • Installation eines Virenscanners, noch besser sind zwei verschiedene
  • Aktivierung eines residenten Virenschildes und
  • Virenscanner wie Virenschilde regelmässig (mindestens einmal im Monat) aktualisieren

Ein Grossteil des Ärgers, den Viren mit sich bringen, wird allerdings gar nicht von den eigentlichen Viren verursacht, sondern von panisch überreagierenden Benutzern, die per Mail ihren gesamten Bekanntenkreis vor echten oder vermeintlichen Viren warnen wollen. Etwa 95% dieser verbreiteten Virenwarnungen sind sogenannte Hoaxes, d.h. sie haben keinen realen Hintergrund. Die E-Mail ist der eigentliche Virus, und der wohlmeinende Empfänger, der sie freiwillig an sein gesamtes Adressbuch weiterverschickt, verbreitet ihn. Viruswarnungen und sonstige Aufrufe, die per Mail eingehen, sollte man grundsätzlich unter http://www.hoax-info.de auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen, bevor man sie an irgendjemanden weiterleitet - in aller Regel stellt sich heraus, dass ein schlechter Scherz dahintersteckt.



Weiterführende Links
Informationen zu Viren (alle auf Deutsch): http://www.antivirus-online.de
http://www.bluemerlin.de
http://www.i-schutz.de/

Virenscanner-Tests
http://www.av-test.de
Der Hoax-Info-Service, der echte Warnungen von sinnlosen Kettenbriefen unterscheiden hilft (Deutsch):
http://www.hoax-info.de



Fragen und Antworten
Was mache ich bei Virenbefall?
Vermeiden Sie zunächst jede Panik-Reaktion - damit lösen Sie meist grössere Schäden aus, als es der Virus könnte. Viele Viren sind zwar ärgerlich, aber letztendlich eher harmlos. Speichern Sie alle offenen Dateien und wichtigen Daten auf Diskette (befallene Daten sind besser als gar keine Daten) und versuchen Sie dann mit Ihrem Virenscanner den Virus zu entfernen. Falls möglich, informieren Sie sich auf den entsprechenden Webseiten über diesen Virus und die Möglichkeiten, ihn zu entfernen und die Schäden zu beheben. Bei speicherresidenten Viren und Boot-Viren müssen Sie den Rechner z.B. über eine virenfreie Boot-Diskette starten. Zur Vorsorge ist es auf jeden Fall sinnvoll, regelmässig Sicherheitskopien aller wichtigen Dateien (auf Diskette, CD oder einem anderen Speichermedium Ihrer Wahl) anzulegen.

Ich bekam von einem Freund gerade eine E-Mail mit einem verdächtigen Anhang und einem englischsprachigen Betreff geschickt.
Variante 1) Löschen Sie die E-Mail und den Anhang unwiderruflich und mailen Sie Ihrem Freund, dass Sie ein verdächtiges E-Mail von ihm bekommen haben.
Variante 2) Um sicherzugehen, dass es sich um einen Virus handelt, können Sie den Anhang abspeichern und von Ihrem Virenscanner untersuchen lassen. Das ermöglicht Ihnen im Ernstfall, Ihrem Freund genauere Angaben zum Virus und möglichen Gegenmitteln zu machen.

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