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UMTS

In Kürze
UMTS, die Abkürzung für "Unified Mobile Telecommunications Service", ist eine Bezeichnung für einen Mobilfunkstandard der 3. Generation. Er bietet neben Telefonie auch die Möglichkeiten für breitbandige, drahtlose Computervernetzung.

Synonyme und Abkürzungen
Unified Mobile Telecommunications Service, IMTS-2000

Ähnliche Begriffe
GSM, Handy, SMS

Überblick
UMTS als Mobilfunkstandard der dritten Generation (nach analogem Funk und GSM) soll Bandbreiten bereitstellen, die weit über die Anforderungen hinausgehen, die für das blosse Telefonieren benötigt werden. Damit sollen Dienste wie Video-Streaming, E-Mail, Internetzugriff und Computervernetzung erleichtert werden, die sich bisher durch die geringe Bandbreite von GSM am Mobilfunkmarkt nicht durchsetzen konnten. UMTS ist ein rein digitaler Funkstandard, für den im Moment noch keine Netzinfrastruktur bereit steht. Mit Anwendungen wird ab 2002 gerechnet.



 

   

 

Abbildung 1:
UMTS-Handy

 



Detail
Zwar bietet der digitale Mobilfunk nach dem derzeitigen GSM-Standard auch die Möglichkeit Daten zu übertragen; die maximale Datenrate ist jedoch mit 9600 Bit/s sehr gering. Damit können die Benutzer zwar telefonieren, E-Mails lesen oder chatten, für das Surfen im World Wide Web reicht der Durchsatz aber nicht aus. Zusätzlich stellt sich das Problem, dass das GSM-Netz verbindungsorientiert arbeitet (wie das Telefonnetz), d.h. jeder Benutzer, der mit seinem GSM-Handy Online geht, belegt eine Verbindung - auch in den Zeiten, in denen gar keine Daten gesendet werden. Da die Frequenzbänder sich insbesondere in Grossstädten langsam ihrer maximalen Auslastung nähern, ist diese Art der Datenübermittlung sehr aufwändig und ineffizient.

Daher wurde begonnen, an einem Mobilfunknetz der dritten Generation (nach den analogen Netzen - in Deutschland C-Netz - und den digitalen nach dem GSM-Standard, in Deutschland D- und E- Netz) zu arbeiten. Dieses Netz ist paketorientiert (wie Ethernet) angelegt: nur dann, wenn ein Datenpaket versendet wird, wird eine Verbindung aufgebaut, in der Zwischenzeit ist die Verbindungskapazität frei für andere Benutzer.

Der Funkstandard TD-CDMA (Kombination aus "Time Division Multiple Access" und "Wideband Code Division Multiple Access"), der bei UMTS für die Übertragung von Daten und Sprache verwendet wird, soll diese beiden Forderungen durch sein paketorientiertes Protokoll und seine maximale Bandbreite von 2 Mbit/s erfüllen können. Im Gegensatz zu GSM, das in Europa erfunden wurde und sich auch dort hauptsächlich durchgesetzt hat, soll UMTS zu einem echten weltweiten Standard werden. Um die Möglichkeit offenzuhalten, auch Daten synchron übertragen zu können, ist bei UMTS auch vorgesehen, verbindungsorientiert, aber langsamer, zu senden. Diese flexiblen Übertragungsraten sollen es den Netzbetreibern erlauben, besser als bei GSM mit seinem festen TDMA-Protokoll die bereitgestellten Ressourcen flexibler an die Erfordernisse anzupassen. UMTS ist - wie die GSM-Netze auch - ein zellenbasiertes Netz, d.h. jedes Mobiltelefon ist mit einer Sendestation verbunden. Entfernt es sich zu weit, dann baut es eine Verbindung zu einer anderen Station auf und bricht die zur ersten Station ab. Bei UMTS ist die Grösse einer Mobilzelle (wie auch die maximalen Datenraten) von der Zahl der aktiven Telefone abhängig: wollen zu viele Benutzer telefonieren, dann werden die Zellen kleiner und die Datenübertragungsraten geringer. Teilnehmer "am Rand" oder mit hohem Bandbreitenbedarf wechseln automatisch in eine andere Zelle.

UMTS kennt folgende verbindungsorientierte Modi:

  • High Interactive Multimedia - 128 kBit/s
  • Medium Multimedia - 384 kBit/s
  • Switched Data - 14,4 kBit/s
  • Sprache - 16 kBit/s

und folgende paketorientierte:

  • High Multimedia - 2 MBit/s
  • Simple Messaging - 14,4 kBit/s

Zum Vergleich der derzeitige GSM-Standard (Stand 2001):

  • Datenübertragung - 9,6 kBit/s
  • Sprache - 13 kBit/s

Da die höchsten Verbindungsgeschwindigkeiten im Bereich dessen (oder sogar darüber liegen), was heute für breitbandige, aber kabelgebundene Internetzugänge in Form von DSL und Kabelmodems angeboten wird, hoffen die UMTS-Betreiber, den Nutzern auch interaktive und multimediale Angebote (Video on demand, streaming-media, Bildtelefonie) anbieten zu können.

Inwieweit die Versprechungen der UMTS-Anbieter tatsächlich wahr werden, ist jedoch noch unsicher. Bei der Vergabe der UMTS-Lizenzen durch die europäischen Staaten kam es zu teilweise ruinösen Angeboten seitens der Telekommunikationsfirmen, die zusammen mit den nötigen Investitionen in die Technik UMTS in der Anfangszeit sehr teuer machen dürften (Schätzungen von 2001 belaufen sich auf ungefähr Ç 100,- pro Nutzer und Monat, die nötig wären, damit sich die Investitionen auszahlen). Wahrscheinlich lassen sich die höchsten Datenraten in der Praxis gar nicht oder nur dann erreichen, wenn der Benutzer sich währenddessen nicht von der Stelle bewegt.



Weiterführende Links
"Offizielle" UMTS-Seite mit Erläuterungen des Standards (englisch):
www.umts-forum.org
Eine kurze Einführung zu UMTS (deutsch, nicht zu technisch):
www.teltarif.de/i/umts.html
Und noch eine UMTS-Seite
www.umts-webpage.de


Fragen und Antworten
Warum sollte ich Geld für ein UMTS-Handy ausgeben, wenn es GSM doch auch tut?
Kommt drauf an - wer nur telefonieren wird, der merkt bei UMTS nur eine Verbesserung der Sprachqualität. UMTS ermöglicht aber eine Menge Zusatzdienste, von der zielgerichteten Werbung für die nächste Autovermietung bis hin zu Videos auf dem Handy .

Wird UMTS dann endlich ein weltweiter Standard sein
Abwarten. Bisher existiert alles nur auf dem Papier. Die von UMTS belegten Frequenzen können von Land zu Land unterschiedlich sein - man kann nur hoffen, dass Multiband-Handys angeboten werden, die alle Frequenzen nutzen können.

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