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Trojaner
In Kürze
Trojaner sind Programme, mit deren Hilfe ein Rechner für Unbefugte übers Internet zugänglich wird.
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Synonyme und Abkürzungen
Spyware
Ähnliche Begriffe
Backdoor,
Malware,
Virus
Überblick
Trojaner sind nach dem trojanischen Pferd aus der griechischen Sagenwelt
benannt. So wie dort in Form eines scheinbar ungefährlichen Gegenstandes der
Feind unwissentlich in die eigenen Mauern geschoben wurde, sind Trojaner
Programme, die sich getarnt auf dem Rechner niederlassen und dort Informationen
auslesen und weitersenden. Sie werden daher auch als "Spyware"
(Spionagesoftware) bezeichnet. Im schlimmsten Fall ermöglicht ein Trojaner
einen Fernzugriff auf sämtliche Rechnerfunktionen.
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Abbildung 1:
Trojaner - Warnung
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Detail
Sinn und Zweck eines Trojaners ist das Datensammeln und -weiterleiten. Dabei
gibt es drei typische Wege:
- Der Trojaner speichert alle Eingaben des Benutzers an der Tastatur ab und
schickt diese bei einer Einwahl des Benutzers weiter an den Autor des
Trojaners.
- Der Trojaner liegt inaktiv im Hintergrund und wird aktiv, wenn ein
bestimmter Dienst gestartet wird (Online-Dienst, Internet-Banking). Er sucht gezielt nach
Passwörtern auf dem Rechner und übermittelt diese an den Autor des
Trojaners.
- Der Trojaner installiert einen kleinen Server auf dem befallenen Rechner und ermöglicht es dem Autor
des Trojaners, über den dazugehörigen Client den befallenen
Rechner fernzusteuern. Dieser Typ wird auch "Backdoor" (Hintertür) genannt.
Manche Trojaner können als flankierende Massnahme auch Schutzprogramme wie Firewalls lahmlegen.
Trojaner sind im Gegensatz zu Viren darauf bedacht, ihre Existenz auf einem
Rechner zu verschleiern. Dazu verbergen sie sich entweder in nützlichen
Programmen oder melden z.B. bei der Installationsroutine eines vermeintlichen
Programms, dass eine Datei fehlt; die Installation bricht ab, der Trojaner ist
aber bereits erfolgreich auf dem Rechner installiert.
Durch diese Tarnung sind Trojaner schlechter zu erkennen als Viren. Da sie sich
aber nicht wie Viren selbstständig vermehren können, sondern echte Programme
darstellen, kann man sie über Einträge in System- und Initialisierungsdateien
und unter den laufenden Prozessen enttarnen. Bei der Datenübertragung können
sie ausserdem durch die Nutzung ungewöhnlicher Ports auffallen.
Die bekanntesten Trojaner sind gleichzeitig auch die am meisten verbreiteten
Backdoor-Trojaner, nämlich Subseven und Back Orifice. Analog zu den
Viren-Baukästen gibt es auch für den Trojaner Subseven ein "Construction Kit",
das es Nicht-Programmierern ermöglicht, diesen Trojaner zu modifizieren und zu
verbreiten.
Die folgenden Vorsorgetipps für Trojaner sind relativ komplex. Im Zweifelsfall
sollte ein Fachmann zu Rate gezogen werden. Sinnvoll sind Massnahmen wie:
- keine E-Mail-Attachments ausführen
- Programme nur bei bekannten Webseiten downloaden
- Virenscanner installieren und regelmässig aktualisieren
- keine Passwörter lokal auf dem Rechner speichern
- sich merken, welche Programme man in der letzten Zeit installiert hat
- laufend kontrollieren, welche Programme laufen
- laufend kontrollieren, welche Programme in den System- und
Initialisierungsdateien (bei Windows z.B. Registry, autostart, win.ini, )
eingetragen sind
- (lokale) Firewalls benutzen, um einzelne Ports zu sperren und den Zugang
zum Internet bei Inaktivität komplett zu unterbinden
- für HBCI notwendige Disketten oder Karten immer aus dem Rechner entfernen,
wenn sie aktuell nicht genutzt werden (verhindert mögliche "Fernsteuerung" von
Überweisungen).
Weiterführende Links
Informationen zu Trojanern
http://www.trojaner-info.de
http://www.bluemerlin.de
Programm speziell zum Aufspüren von Trojanern
http://www.trojancheck.de/
Programme zum Finden und Löschen von Trojanern
http://www.anti-trojan.net/
Fragen und Antworten
Ich erledige meine Bankgeschäfte übers Internet. Ist das überhaupt sicher
genug, wenn es solche Gefahren gibt?
Es gibt immer ein Restrisiko. Es hat sich allerdings gezeigt, dass
Internet-Banking recht sicher ist, solange Sie sich an die oben genannten
Vorsorgemassnahmen halten. Generell ist es im elektronischen Datenverkehr
gleich welcher Art am wichtigsten, dass Sie regelmässig Ihre Kontoauszüge und
Kreditkartenbelege kontrollieren! Nur so haben Sie die Chance, rechtzeitig
auffällige Kontobewegungen zu reklamieren.
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