Telnet als eines der ältesten Internet-Protokolle wurde 1969 entwickelt. Der
Sinn von Telnet war es, möglichst vielen Anwendern der Forschungseinrichtungen
eine Nutzungsmöglichkeit für die wenigen Grossrechner zu geben. Mit Telnet
werden sowohl das Protokoll wie auch das Programm bezeichnet.
Um Telnet nutzen zu können, braucht man:
- Einen Server, auf dem der Telnetdienst läuft (Telnet-Daemon).
Dieser nimmt Telnet-Anfragen von anderen Rechnern entgegen.
- Einen Client, auf dem das Programm Telnet läuft.
- Einen Benutzernamen und Passwort für den Server, um sich dort anmelden zu
können.
Ein typischer Aufruf sieht folgendermassen aus:
"telnet 195.141.193.121" oder "telnet www.zeix.ch"
Man erhält einen Bildschirm, auf dem man Benutzername und Passwort eingeben
muss. Sobald der Server einen als berechtigten Nutzer akzeptiert hat, wird eine
Verbindung aufgebaut. Der Vorgang des Anmeldens über ein Netzwerk wird auch als
"Remote Login" bezeichnet.
Man kann nun alles tun, wofür man Benutzerrechte besitzt: Dateien umbenennen
und löschen, Programme starten und beenden bis hin zu einer Neuformatierung der
Festplatte. Telnet ist damit ein sehr mächtiges Werkzeug.
Das Programm Telnet sowie der Telnetdienst (Telnet-Daemon) stammen aus der
Unix-Zeit und sind daher in allen Unix- und Linux-Systemen integriert. Unter
Windows wird das Telnetprogramm für den Client mitgeliefert, während auf dem
Mac zusätzliche Programme installiert werden müssen, um Telnet einzusetzen.
Da Telnet den Benutzernamen wie das Passwort unverschlüsselt übermittelt,
können Telnetverbindungen leicht ausgespäht werden. Das ist bei einem Dienst
wie Telnet, der einen direkten Fernzugriff auf z.T. kritische Rechnerfunktionen
ermöglicht, ein zu grosses Sicherheitsrisiko. Auf den meisten Rechnern im
Internet ist Telnet daher gesperrt. Man verwendet heute stattdessen ssh.
Für die Konfiguration von Unix/Linux-Rechnern im einem eigenen, geschlossenen
und sicheren Netzwerk (LAN) ist Telnet auch weiterhin geeignet.