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TCP

In Kürze
Das "Transmission Control Protocol" (Übertragungs-Kontroll-Protokoll) regelt im Zusammenspiel mit anderen Protokollen den Versand von Daten im Internet.

Synonyme und Abkürzungen
Transmission Control Protocol

Ähnliche Begriffe
TCP/IP, IP, Internet, Protokoll, IP-Adresse

Überblick
Das TCP-Protokoll sorgt in erster Linie dafür, dass beim Datentransport im Internet keine Daten verlorengehen. Es stellt die Verbindung zwischen Sender und Empfänger her, reguliert den Datenstrom zwischen den beiden und bedient sich des IP-Protokolls, um Daten zu versenden. Wenn bei der Übertragung Teile der gesendeten Daten nicht beim Empfänger ankommen, weil z.B. die Leitungsqualität zu schlecht ist, sorgt TCP dafür, dass diese Daten erneut gesendet werden.

Detail
Das Anfang der 80er Jahre eingeführte Protokoll TCP baut auf dem IP-Protokoll auf. Das IP-Protokoll kann einige Aufgaben nicht selbst erfüllen; diese Aufgaben übernimmt das TCP-Protokoll. TCP stellt die Verbindung für die Datenübertragung her und teilt die zu versendenden Daten in einzelne Pakete auf. Diese Pakete können einen Umfang von bis zu 65 KByte haben; das IP-Protokoll teilt sie seinerseits noch weiter auf. Jedes Byte eines solchen Segments wird von TCP durchnummeriert. Diese "Sequenznummer" garantiert, dass die Pakete auf der Empfängerseite in der richtigen Reihenfolge wieder zusammengefügt werden. TCP funktioniert in beiden Richtungen gleich; man kann sich den Datenverkehr zwischen Sender und Empfänger als zwei unabhängige Datenströme vorstellen, die in entgegengesetzte Richtungen fliessen.

Die Aufgabenbereiche des TCP-Protokolls sind:

  • Umfassende Kontrolle: Der Empfang jedes Datenpakets muss vom Empfänger bestätigt werden; nicht angekommene Pakete werden erneut gesendet.
  • Verbindungs-Management: TCP stellt die Verbindung zwischen Sender und Empfänger her und baut sie wieder ab, wenn die Übertragung beendet ist.
  • Flusskontrolle: TCP koordiniert den Datenverkehr; so werden schnelle Sender regelmässig ausgebremst, damit langsame Empfänger nachkommen.
  • Zeitkontrolle: Innerhalb eines bestimmten Zeitraums muss der Empfänger bestätigen, dass er ein Datenpaket enthalten kann. Bleibt diese Bestätigung aus, wird das Paket erneut gesendet.
  • Multiplexen von Verbindungen: TCP kann mehrere Datenströme gleichzeitig verwalten. Dazu werden mehrere Ports für das Senden und den Empfang geöffnet.
  • Fehlerbehandlung: Ein Fehlermechanismus sorgt dafür, dass fehlerhafte oder fehlende Datenpakete erneut angefordert werden.

Die Kopfdaten (der Header) jedes IP-Pakets enthalten diverse Informationen, unter anderem die Adressen des Absender- und des Empfänger-Rechners. Erst auf diesen IP-Header folgt der TCP-Header:

IP-Header
TCP-Header
Eigentliche Nutzdaten

Er fügt Informationen hinzu, die das TCP-Protokoll benötigt. Diese Trennung gewährleistet, dass bei Bedarf auch andere Transportprotokolle als TCP zum Einsatz kommen können. Schematisch dargestellt sehen die TCP-Kopfdaten (der TCP-Header) so aus:

Die 32 Bits des Headers: 1                   2                   3  
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1
Port-Nummer des Senders (in etwa: die imaginäre Steckdose, in die das Kabel für die Übertragung eingesteckt wird) Port-Nummer des Empfängers
Sequenznummer: Die Sequenznummer des ersten Bytes in diesem Paket
Bestätigungs-Nummer: Die Sequenznummer des letzten Bytes, das die andere Seite empfangen hat. Wenn beide Seiten Sequenz- und Bestätigungsnummern verfolgen und abgleichen, können sie feststellen, welche Daten unterwegs verlorengegangen sind und erneut gesendet werden müssen.
Anzahl der Zeilen ("32-Bit-Worte"), die der TCP-Header umfasst. Daraus geht hervor, an welcher Stelle die eigentlichen Daten beginnen. Reserviert U
R
G
A
C
K
P
S
H
R
S
T
S
Y
N
F
I
N
"Window Size": Dieses Feld gibt an, wieviel "Stauraum" die andere Seite noch für zu empfangende Daten frei hat. Ist dieser Stauraum voll, muss die Gegenseite mit der Übertragung pausieren, bis wieder Platz für neue Daten geschaffen ist.
Verschiedene "Kontroll-Bits":
URG: Das Feld "urgent pointer" soll ausgewertet werden
ACK: Bestätigung
PSH: Unverzögertes Weiterleiten
RST: Verbindung resetten
SYN: Synchronisation der Sequenz-Nummer
FIN: Es folgen keine Daten mehr
Prüfsumme "Urgent Pointer": Dieses Feld wird nur ausgewertet, wenn das Kontroll-Bit "URG" gesetzt ist. Es ermöglicht, dringliche Daten quasi auf der linken Spur an den anderen Daten vorbeizuschleusen.
Verschiedene Optionen Füllmaterial: Nullen, mit denen die Zeile auf die Länge von 32 Bit gebracht wird.
Die eigentlichen Daten


Das TCP-Protokoll ist ein Protokoll der "Transportschicht"; es kann nicht alles selber machen. Es benötigt ein weiteres Protokoll, und zwar ein Protokoll der "Vermittlungsschicht". Dieses weitere Protokoll muss Datenpakete über verschiedene Netze hinweg senden können, es muss den beteiligten Rechnern eindeutige Adressen zuordnen können, Datenpakete so zerlegen und wieder zusammensetzen können, wie es die jeweiligen Netzwerke erfordern und diverse zusätzliche Informationen übermitteln. Im Internet werden diese Aufgaben meist vom IP-Protokoll übernommen.



Weiterführende Links
RFC 793 beschreibt das TCP-Protokoll (Englisch, sehr technisch):
www.faqs.org/rfcs/rfc793.html


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