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Spam

In Kürze
Unerwünschte Werbepost per E-Mail.

Synonyme und Abkürzungen
Werbe-E-Mail, Werbemail, Junkmail, E-Mail-Werbung, UBE (unsolicited bulk e-mail), UCE (unsolicited commercial e-mail)

Ähnliche Begriffe
E-Mail

Überblick
E-Mail-Wurfsendung, die an zahlreiche unfreiwillige Empfänger gleichzeitig versendet wird. Die Adressen der Empfänger werden meist automatisch von Websites und aus dem Usenet gesammelt oder bei unseriösen Unternehmen eingekauft.



 

   

 

Abbildung 1: Info-Grafik aus dem Zeix Spam Guide

 



Detail
Für die Bezeichnung "Spam" gibt es unterschiedliche Erklärungen: Nach der einen steht Spam für "Send Phenomenal Amounts of Mail" ("Verschicken Sie riesige Mengen Mail"), nach einer anderen hat das amerikanische Dosenfleisch "Spam" bei der Namensgebung Pate gestanden, nach einer dritten leitet sich "Spam" von einem Song aus einem Monty-Python-Sketch ab - wobei der Zusammenhang unklar bleibt.

In Deutschland verbietet das "Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb" Spam. Werbung darf per E-Mail nur dann zugesandt werden, wenn der Empfänger dem ausdrücklich zugestimmt hat. Der überwiegende Teil der Werbemails stammt allerdings nicht aus Deutschland, sondern aus dem Ausland, so dass das deutsche Verbot nicht greifen kann. Darüber hinaus versuchen Werbetreibende in Europa, insbesondere der Deutsche Multimedia Verband dmmv, dieses Verbot zu kippen. Nach ihren Plänen sollen erlaubte Spam-Mails klar als Werbung gekennzeichnet sein und eine bestimmte Grösse nicht überschreiten.

In der Diskussion geht es meist um die zwei Möglichkeiten "Opt-out" (der Nutzer muss explizit angeben, dass er keine unerwünschte Werbemail erhalten will) und "Opt-in" (der Nutzer muss Werbemail ausdrücklich angefordert haben). Das Opt-in-Verfahren ist in einigen europäischen Ländern, darunter Deutschland und Österreich, zwingend vorgeschrieben. Die Europäische Union ist derzeit (Stand 2001) noch uneinig, wie unerwünschte kommerzielle E-Mail in Zukunft behandelt werden soll.



Weiterführende Links
Stimm gegen Spam! Online-Petition der Magazine c`t und politik-digital
www.politik-digital.de

Kostenloser Service, der die zuständigen Adressen der mitschuldigen Provider einer Spam-Mail ausfindig macht und selbständig Beschwerdemails dorthin schickt (englisch):
www.spamcop.net

Kostenloser Service, der bei Bedarf für jeden Einsatzzweck eine neue E-Mail-Adresse generiert (englisch):
www.spammotel.com

Häufig gestellte Fragen aus der Newsgroup de.admin.net-abuse.mail (deutsch):
www.unix-ag.uni-hannover.de/faq/de.admin.net-abuse.mail.html

The European Coalition Against Unsolicited Commercial Email (englisch):
www.euro.cauce.org

Ergebnisse einer Studie im Auftrag der Europäischen Kommission (Februar 2001):
europa.eu.int/comm/internal_market/privacy/index.htm

Fragen und Antworten zu rechtlichen Aspekten der Spam-Abwehr:
www.dr-ackermann.de/spam/faq.htm



Fragen und Antworten
Wie kann ich mich gegen Spam schützen?
Leider gibt es keinen zuverlässigen Schutz gegen Spam. Ein paar Massnahmen können jedoch helfen, die Belästigung zumindest einzudämmen.
  • Falls Sie die Möglichkeit haben, unter Ihrer eigenen Domain selbst E-Mail-Adressen einzurichten oder falls dort ein sogenannter "Catchall"-Account vorgesehen ist, der @ihredomain.de an Ihre korrekte Adresse weiterleitet, verwenden Sie einfach eine Wegwerfadresse, die Sie ohne grosse Umstände durch eine neue ersetzen können, sobald die Spam-Belastung steigt. Steht Ihnen diese Möglichkeit nicht zur Verfügung, können Sie den Service www.spammotel.com (auf Englisch) zum Erzeugen zahlreicher unterschiedlicher E-Mail-Adressen nutzen. Das Verfahren empfiehlt sich insbesondere, wenn Sie Kontakt zu Unternehmen aufnehmen müssen, die Sie verdächtigen, Ihre Adresse weiterzuverkaufen oder selbst für Spam zu verwenden. Wenn Sie für diese Zwecke E-Mail-Adressen nach dem Muster werbung-von-@ihredomain.de benutzen, können Sie später sogar nachvollziehen, auf welchem Weg Ihre Adresse verkauft wurde.
  • Im Usenet verwendete E-Mail-Adressen werden besonders heftig mit Spam-Mail bombardiert. Legen Sie sich für Usenet-Beiträge eine gesonderte Adresse oder eine Wegwerfadresse wie oben beschrieben zu, die Sie bei Bedarf gegen eine neue austauschen können. Weniger sinnvoll ist es, eine ganz falsche E-Mail-Adresse anzugeben oder den Ausdruck "nospam" in die Adresse einzubauen, den gutwillige Korrespondenten dann vor dem Antworten wieder entfernen müssen. Warum dieses Verfahren nicht zu empfehlen ist, wird unter www.gerlo.de/falsche-email-adressen.html näher erläutert.
  • Geben Sie nicht jedesmal, wenn ein Formular nach Ihrer E-Mail-Adresse fragt, die korrekte Adresse an. Unsinnige Adressen wie asdf@yxcvbnm.com funktionieren in der Regel genausogut. Geben Sie nur dann Ihre richtige Adresse an, wenn Sie wirklich mit dem Unternehmen in Kontakt treten möchten. Achten Sie dabei allerdings darauf, keine wirklich existierenden Domains zu verwenden - sonst bekommt ein Unbeteiligter den für Sie bestimmten Spam. Vorsicht: Mittlerweile sind auch lächerliche oder abwegige Domains meist bereits an jemand anderen vergeben!
  • Beschweren Sie sich über empfangenen Spam bei den zuständigen abuse- und postmaster-Adressen. Da Spam-Mail meist ihre Herkunft verschleiert, ist es für den Laien meist nicht möglich, die zuständigen Stellen selbständig ausfindig zu machen; die Verwendung eines Services wie www.spamcop.net spart viel Zeit und Nerven. Manche Provider ignorieren diese Beschwerden, die meisten sperren aber daraufhin den Account des Spammers und schützen so Sie und andere vor weiterer Belästigung.
  • Nutzen Sie nicht die häufig angebotene Option "Wenn Sie keine Mail mehr von uns erhalten möchten, klicken Sie auf diesen Link". Der Klick teilt dem Spammer lediglich mit, dass Ihre Adresse funktioniert und die Mail gelesen wird. Noch mehr Spam ist die Folge. Auch Spam mit Telefonnummern, unter denen Sie angeblich Ihre Adresse aus dem Verteiler streichen lassen können, will Sie lediglich dazu bewegen, eine gebührenpflichtige Nummer anzurufen.
  • Aus dem gleichen Grund sollten Sie sich keinesfalls beim Spammer selbst beschweren. Entweder verschärfen Sie dadurch Ihr Spam-Problem nur, oder die Absenderadresse ist gefälscht und Ihr Protest erreicht niemanden oder einen Unschuldigen.
  • Tragen Sie sich nicht in "Robinson-Listen" ein, die angeblich von Unternehmen mit ihren Werbemail-Adressen abgeglichen werden. Ein seriöses Unternehmen verschickt sowieso keine Mail an Kunden, die diese Informationen nicht explizit selbst angefordert haben; ein unseriöses wird sich auch nicht um die Robinson-Datenbank kümmern.
  • Setzen Sie die Filterfunktionen Ihrer E-Mail-Software ein. Richtig konfiguriert sortiert sie möglichen Spam automatisch in einen gesonderten Ordner, den Sie dann nur noch hin und wieder vor dem endgültigen Löschen daraufhin überprüfen müssen, ob versehentlich richtige Mail mit aussortiert wurde. Für den professionellen Einsatz bietet sich Anti-Spam-Software an, die anhand von regelmässig aktualisierten Filterlisten bestimmte Mails blockiert. Eine Übersicht gibt es unter www.ges-training.de/Expertentips/Tools/Anti-Spam.html
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