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SMTP

In Kürze
Das "Simple Mail Transfer Protocol" (SMTP; Einfaches Mail-Übertragungs-Protokoll) beschreibt das Verfahren, nach dem E-Mails zwischen Rechnern übertragen werden.

Synonyme und Abkürzungen
Simple Mail Transfer Protocol

Ähnliche Begriffe
E-Mail, Mail-Server, POP3, IMAP

Überblick
SMTP beschreibt das Verfahren, mit dem E-Mail vom Rechner des Benutzers zum Mail-Server transportiert wird, der für die Weiterleitung an den oder die Empfänger sorgt. Auch während der Weiterleitung wird die Mail zwischen den einzelnen Mail-Servern per SMTP übertragen. Während SMTP das gebräuchlichste Protokoll für das Versenden von E-Mail ist, kommt beim Empfang von E-Mail das Protokoll POP 3 (oder immer häufiger auch IMAP) zum Einsatz.



 

   

 

Abbildung 1: Mail-Server

 



Detail
Das "Simple Mail Transfer Protocol" SMTP ist ein Protokoll für das Versenden von E-Mail. Wenn E-Mails über das Internet verschickt werden, geschieht das fast immer unter Verwendung dieses Protokolls. SMTP basiert seinerseits auf dem TCP-Protokoll und ist seit Beginn der 80er Jahre in Gebrauch.

Beim Verschicken von E-Mail via SMTP spielt sich in etwa folgendes ab:

Jedem Internetnutzer ist ein SMTP-Server, eine Art Postamt, zugeteilt, der z.B. in der eigenen Firma oder beim Provider stehen kann. Zu diesem Rechner schickt der Benutzer alle Mails, die er verfasst hat. Der SMTP-Server speichert die Mails und versucht sie auszuliefern. Gelingt ihm das nicht innerhalb eines festgesetzten Zeitraums, reicht er sie zurück an den Verfasser.

Dieser SMTP-Server stellt bei Bedarf über das Protokoll TCP eine Verbindung zum Empfänger-Rechner her. (Mit "Absender-Rechner" und "Empfänger-Rechner sind hier nicht etwa die Rechner des Mail-Absenders und des Mail-Empfängers gemeint, sondern zwei ständig mit dem Internet verbundene Grossrechner, die bei den zuständigen Providern stehen. Auf diesem Empfänger-Rechner wartet ein Programm, das SMTP-Kommandos versteht, darauf, vom Absender-Rechner angesprochen zu werden. Wenn der Absender-Rechner die Verbindung geöffnet hat, wartet er darauf, dass sich der Empfänger-Rechner zu Wort meldet. Der Empfänger-Rechner teilt daraufhin dem Absender-Rechner mit, wer er ist:

  220 beispiel-empfaenger.com

Der Absender-Rechner stellt sich seinerseits vor:

  HELO beispiel-absender.com

Der Absender teilt dem Empfänger mit, von welcher E-Mail-Adresse die Mail kommt und an welche Adresse sie zugestellt werden soll:

  MAIL FROM hinz@beispiel-absender.de
  RCPT TO kunz@beispiel-empfaenger.com

Wenn der Adressat dem Empfänger-Rechner bekannt ist, fordert er den Absender-Rechner auf, fortzufahren. Jetzt überträgt der Absender-Rechner die eigentliche Nachricht:

  DATA Lieber Kunz, schöne Grüsse von Deinem Hinz.

.

Ein Punkt, der für sich allein auf einer Zeile steht, zeigt an, dass der Text der Mail zu Ende ist. Der Empfänger-Rechner bestätigt den Empfang der Mail. Wenn der Absender-Rechner weitere E-Mails zu versenden hat, folgen sie jetzt. Gibt es in beiden Richtungen nichts mehr auszutauschen, wird die Verbindung wieder getrennt.



Weiterführende Links
FAQ: "E-Mail-Header lesen und verstehen" Was verrät eigentlich so ein E-Mail-Header? Relativ technisch, aber leicht verständlich (Deutsch):
http://th-h.de/faq/headerfaq.php

RFC 821: Simple Mail Transfer Protocol. Sehr technisch (Englisch):
www.faqs.org/rfcs/rfc821.html



Fragen und Antworten
Beim Einrichten meines E-Mail-Programmes werde ich aufgefordert, den "POP3-Server" und den "SMTP-Server" anzugeben. Was muss ich tun ?
Das E-Mail-Programm möchte wissen, an welchen Rechner es sich wenden muss, um eingegangene E-Mail abzufragen und an welchen es sich wenden muss, um E-Mail verschicken zu können. Wenn jeder Internetnutzer jeden beliebigen Mail-Server nutzen könnte, wäre Spam-Mail noch schwieriger zu bekämpfen, daher darf jeder nur die Mail-Server benutzen, denen er bekannt ist. Die Adresse des SMTP-Servers muss der Provider zur Verfügung stellen, über den man sich ins Internet einwählt. Die Adresse des POP3-Servers teilt einem derjenige Provider mit, über den man seine E-Mail bezieht - das kann der gleiche Anbieter sein, muss aber nicht. Hat man keine Informationen darüber erhalten oder sie wieder vergessen, lassen sich die Mail-Server-Adressen über die Website des jeweiligen Providers herausfinden. Die Adressen sehen meist so ähnlich aus wie "pop3.providername.de" und "smtp.providername.de" - im Einzelfall können sie aber natürlich auch ganz anders lauten.

Warum zwei unterschiedliche Protokolle zum Versenden und zum Empfangen von E-Mail? Hätte eines nicht gereicht ?
Die Anforderungen beim Versenden und beim Empfang von E-Mail sind ganz unterschiedlich. Wer E-Mail versendet, braucht sich dabei nicht auszuweisen ? ebensowenig, als wollte er einen Brief in den Briefkasten werfen. Den eigenen Briefkasten darf dagegen nur der Besitzer öffnen. werden. Darauf ist das POP3-Protokoll spezialisiert, SMTP jedoch nicht.

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