RTF wurde von Microsoft entwickelt und hat sich aufgrund offengelegter
Syntaxregeln und nachvollziehbarer Befehle zum offenen Standard für den
Austausch von Texten entwickelt.
Aus einem formatierten Text, der auch Grafiken beinhalten kann, wird durch
Export oder Umwandlung ein RTF-Dokument erzeugt, das Angaben zu Schriftart,
Seitenaufbau, Texten, Formatierungen und Grafiken enthält.
Die Vorteile von RTF sind:
- Texte können zwischen verschiedenen Betriebssystemen und Programmen
ausgetauscht werden.
- Die Texte enthalten im Gegensatz zu reinem ASCII-Text noch alle wichtigen Layoutangaben.
- "Unlesbare" Abschnitte im RTF-Dokument werden einfach ignoriert, so dass
kleine Inkompatibilitäten nur geringe Auswirkungen haben.
- RTF enthält im Vergleich zu Worddokumenten sehr selten Viren (siehe Abschnitt Sicherheit).
- RTF ist für reine Textdateien kleiner als die entsprechende Worddatei.
- RTF eignet sich durch die strukturierte Art der Ausgabe gut als Basis für
Konvertierungen in weitere Formate.
Nachteile von RTF sind:
- Grafiken werden nicht komprimiert, so dass RTF-Dateien mit Grafiken ein
Vielfaches grösser werden können als die entsprechende Worddatei.
- Meist können nicht alle Layoutangaben übernommen werden, da sich die
Textverarbeitungsprogramme in ihren Möglichkeiten unterscheiden. Insbesondere
hat Microsoft selbst den offenen RTF-Standard durch einige spezielle
RTF-Befehle untergraben.
Neben reinem Text und HTML sowie PDF gehört RTF zu den häufigen Austauschformaten von
Dokumenten im Internet.
Bestandteile von RTF
Ein RTF-Dokument besteht aus vier Arten von Angaben:
- Unformatierter Text enthält den eigentlichen Textinhalt.
- Kontrollworte enthalten Layoutangaben und andere Informationen und werden
mit einem \ eingeleitet, z.B. \nofpages1 als Information, dass das Dokument
eine Seite lang ist.
- Kontrollsymbole bezeichnen spezielle Formatierungen, z.B. \~ für ein
geschütztes Leerzeichen.
- Eine Gruppe beinhaltet Text und Kontrollworte und wird in {} eingefasst.
Besonders wichtig ist dabei der RTF-Header (Kopf des Dokuments), in dem
gruppenweise Informationen zu Schriftart, Farben, Bildern, Kopf-und Fusszeilen,
Abschnittformaten und vielem mehr enthalten sind.
Beispiel für ein RTF-Dokument
Eine Texteingabe in Word: "Dies ist ein Test für RTF
." ergibt beim Speichern als RTF z.B. folgende RTF-Befehle (ins
Auszügen):
{\rtf1\ansi\ansicpg1252\uc1
\deff0\deflang1033\deflangfe1031{\fonttbl{\f0\froman\fcharset0\fprq2{\*\panose
02020603050405020304}Times New Roman;}
{\info{\title Dies ist ein Test f\`fcr RTF}{\author Marie Maier}
{\operator Marie
Maier}{\creatim\yr2001\mo10\dy1\hr11\min48}{\revtim\yr2001\mo10\dy1\hr12\min15}{
\version1}{\edmins0}{\nofpages1}{\nofwords0}{\nofchars0}
{Dies ist ein }{\i Test }{f\`fcr }{\b RTF}{.\par }
In der letzten Zeile steht der eigentliche Text mit den Zeichenformatierungen.
Dabei steht \i für "italic" (kursiv) und \b für "bold" (fett).
Sicherheit
Im Gegensatz zu dem Word-Format .doc werden in RTF nur sehr selten Viren
mitgeschickt. Da in RTF allerdings Objekte wie Bilder, Links zu Webseiten,
Musik, Programme, Tabellen mit Makros etc. eingebettet werden können,
existieren drei Sicherheitslücken auf Rechnern mit Microsoft Word:
- Über eine RTF-Datei kann ein Virus aufgerufen werden, wenn die RTF-Datei
mit einer Vorlage mit Makros verknüpft ist. Der Makrovirenschutz von Word2000
greift nicht bei RTF-Dokumenten.
- In RTF können lauffähige Programme eingebaut werden, die im Dokument über
einen Link aufgerufen werden können.
- Word-Dokumente können einfach in .rtf umbenannt werden, Word erkennt aber
beim Öffnen automatisch den Dateityp und öffnet die ggf. infizierte
Word-Datei.
Sicherheitsvorkehrungen:
- Prüfen Sie auch RTF-Dokumente mit einem Virenscanner.
- Klicken Sie keine eingebetteten Objekte in RTF-Dokumenten an - laut dem
Test einer Computerzeitschrift können 2/3 aller Virenscanner eingebettete
Makroviren nicht erkennen.