Ein Internet Service Provider (ISP) stellt dem Benutzer einen Zugang zum
Internet zur Verfügung. Um auf seine Dienste zugreifen zu können, muss sich ein
Benutzer in der Regel zuerst anmelden, was via Formular per Post, Fax oder über
das Internet geschehen kann. Meist stellt der Provider daraufhin ein
Internet-Startpaket auf CD sowie eine ausführliche Installationsanleitung zur
Verfügung, die eine einfache Installation der benötigten Software (z.B. Browser/Hilfsprogramme) und der Einstellungen für den
Internetzugang ermöglichen.
Sogenannte Call-by-Call-Provider verlangen häufig gar keine Anmeldung; es
genügt, wenn der Benutzer sich unter der Telefonnummer des Providers einwählt.
Benutzername und Passwort sind dann frei wählbar oder für alle Benutzer
dieselben. Diese Provider finanzieren sich entweder über eine Werbeseite, die
als erstes im Browser geöffnet wird, oder sie hoffen, über die unkomplizierte
und kostenlose Einwahl langfristig auch Kunden für ihre kostenpflichtigen
Angebote zu gewinnen. Call-by-Call-Internetverbindungen sind meist etwas
unkomfortabler als kostenpflichtige - so kann es passieren, dass die Leitung
öfter besetzt ist oder die Verbindung hin und wieder unterbrochen wird.
Der Internetzugriff der meisten Benutzer geschieht über ISDN oder ein Modem. Ein Provider stellt Einwahlknoten (sogenannte POPs,
Points of Presence) zur Verfügung, auf die der Internetbenutzer über die
Telefonleitung zugreifen kann. Diese Einwahlknoten sind mit der Schaltzentrale
des Providers verbunden, der über eine Standleitung mit grosser Bandbreite für den Internetzugang verfügt.
Die für den Internetzugang fälligen Gebühren und die Qualität der
Internetverbindung sind von Provider zu Provider unterschiedlich. Grundsätzlich
fallen bei einer Einwahl über eine Telefonleitung immer die Telefongebühren bis
zum Einwahlknoten des Providers an; sie werden über die Telefonrechnung
verrechnet. Viele Provider verfügen über ein dichtes Einwahlknotennetz und
bieten eine Einwahl zum Lokaltarif an.
Neben diesen Verbindungsgebühren fallen meistens Gebühren für die Dienste des
Providers an, die entweder pauschal (monatlich) oder nach Nutzungsdauer,
Tageszeit und/oder der übertragenen Datenmenge erhoben werden. Es gibt
Provider, die ihre Dienste gratis zur Verfügung stellen (beispielsweise
verschiedene Telefongesellschaften in der Schweiz). Viele Provider locken aber
auch mit "Gratisangeboten", bei denen der freie Zugang auf einen bestimmten
Zeitraum oder eine bestimmte Anzahl Stunden pro Monat beschränkt ist - für eine
Nutzung darüber hinaus fallen Kosten an.
Anders sieht die Tarifstruktur für Internetzugänge aus, bei denen man sich
nicht telefonisch beim Provider einwählt. Solche Zugriffe auf das Internet
können beispielsweise via ADSL, über das Fernsehkabel, über Satellit oder über das
Stromnetz erfolgen und sind momentan meist nur in Ballungsgebieten möglich.
Diese Arten von Internetverbindungen ermöglichen grössere
Datenübertragungsraten als eine Einwahl über Modem und ISDN und erlauben (da
keine zeitabhängigen Telefongebühren anfallen) eine ständige Verbindung mit dem
Provider. Abgerechnet werden sie oft über eine monatliche Pauschale, wobei die
darin enthaltene Datenübertragungsmenge beschränkt ist und Überschreitungen
dieser Maximalmengen separat verrechnet werden.
Viele Internet Service Provider bieten neben dem reinen Zugang zum Internet
zusätzlich E-Mail-Services und Platz für eine eigene Homepage an. Einige grosse Provider wie beispielsweise AOL
oder Microsoft Network (MSN) bieten spezielle Inhalte nur für ihre Kunden an.
Weiterführende Links
Providerlisten, Vergleiche und Auswahlhilfen für die Schweiz:
www.providerliste.ch
Providertarife und Hilfe bei der Providerauswahl für Deutschland:
www.teledir.de
www.teltarif.de
Informationen über Provider in den USA (Englisch):
www.thelist.com
Worauf muss ich bei der Wahl des Providers achten und wo erhalte ich
Informationen über in Frage kommende Provider ?
Die Wahl des Providers hängt stark von persönlichen Surfverhalten ab. Für
Gelegenheitssurfer, die monatlich nur wenige Stunden online sind, ist eine nach Nutzungsdauer abgerechnete
Verbindung über Modem oder ISDN meist am günstigsten. Vielsurfer mit hohen
Online-Zeiten können je nach Telefongesellschaft mit Pauschalangeboten oder
(falls sie grössere Datenmengen herunterladen wollen) über breitbandige Internetzugänge,
für die keine Telefongebühren anfallen, ihre Kosten senken.
Muss ich mich beim gleichen Provider einwählen, bei dem ich auch meine
E-Mail oder meine Homepage habe ?
Nein. Wer will, kann z.B. bei einem Provider die eigene Domain anmelden, über einen anderen seine E-Mail beziehen,
bei einem dritten seine Webseite unterbringen und sich bei einem vierten einwählen.
Einige Provider bieten auch nur einen Teil dieser Services überhaupt an und
sind dafür billiger oder spezialisierter als andere, so dass es sich durchaus
lohnen kann, mehrere Angebote parallel zu nutzen.