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Provider

In Kürze
Dienstleister, der einen Zugang zum Internet zur Verfügung stellt (to provide: bereitstellen).

Synonyme und Abkürzungen
Internet Service Provider, ISP, Einwahlprovider

Ähnliche Begriffe
NPS (Network Service Provider)

Überblick
Internet Service Provider besitzen eine schnelle und dauerhafte Anbindung an das Internet und stellen dem Anwender über Einwahlknoten eine Infrastruktur für den Internetzugang zur Verfügung. Der Zugriff auf diese Einwahlknoten kann über verschiedene Technologien mit unterschiedlichen Datenübertragungsgeschwindigkeiten erfolgen. Die anfallenden Gebühren unterscheiden sich je nach Provider, Zugangstechnologie und Nutzungsverhalten.



 

   

 

Abbildung 1: Zugang zum Internet durch Serverstation eines Providers

 



Detail
Ein Internet Service Provider (ISP) stellt dem Benutzer einen Zugang zum Internet zur Verfügung. Um auf seine Dienste zugreifen zu können, muss sich ein Benutzer in der Regel zuerst anmelden, was via Formular per Post, Fax oder über das Internet geschehen kann. Meist stellt der Provider daraufhin ein Internet-Startpaket auf CD sowie eine ausführliche Installationsanleitung zur Verfügung, die eine einfache Installation der benötigten Software (z.B. Browser/Hilfsprogramme) und der Einstellungen für den Internetzugang ermöglichen.

Sogenannte Call-by-Call-Provider verlangen häufig gar keine Anmeldung; es genügt, wenn der Benutzer sich unter der Telefonnummer des Providers einwählt. Benutzername und Passwort sind dann frei wählbar oder für alle Benutzer dieselben. Diese Provider finanzieren sich entweder über eine Werbeseite, die als erstes im Browser geöffnet wird, oder sie hoffen, über die unkomplizierte und kostenlose Einwahl langfristig auch Kunden für ihre kostenpflichtigen Angebote zu gewinnen. Call-by-Call-Internetverbindungen sind meist etwas unkomfortabler als kostenpflichtige - so kann es passieren, dass die Leitung öfter besetzt ist oder die Verbindung hin und wieder unterbrochen wird.

Der Internetzugriff der meisten Benutzer geschieht über ISDN oder ein Modem. Ein Provider stellt Einwahlknoten (sogenannte POPs, Points of Presence) zur Verfügung, auf die der Internetbenutzer über die Telefonleitung zugreifen kann. Diese Einwahlknoten sind mit der Schaltzentrale des Providers verbunden, der über eine Standleitung mit grosser Bandbreite für den Internetzugang verfügt.

Die für den Internetzugang fälligen Gebühren und die Qualität der Internetverbindung sind von Provider zu Provider unterschiedlich. Grundsätzlich fallen bei einer Einwahl über eine Telefonleitung immer die Telefongebühren bis zum Einwahlknoten des Providers an; sie werden über die Telefonrechnung verrechnet. Viele Provider verfügen über ein dichtes Einwahlknotennetz und bieten eine Einwahl zum Lokaltarif an.

Neben diesen Verbindungsgebühren fallen meistens Gebühren für die Dienste des Providers an, die entweder pauschal (monatlich) oder nach Nutzungsdauer, Tageszeit und/oder der übertragenen Datenmenge erhoben werden. Es gibt Provider, die ihre Dienste gratis zur Verfügung stellen (beispielsweise verschiedene Telefongesellschaften in der Schweiz). Viele Provider locken aber auch mit "Gratisangeboten", bei denen der freie Zugang auf einen bestimmten Zeitraum oder eine bestimmte Anzahl Stunden pro Monat beschränkt ist - für eine Nutzung darüber hinaus fallen Kosten an.

Anders sieht die Tarifstruktur für Internetzugänge aus, bei denen man sich nicht telefonisch beim Provider einwählt. Solche Zugriffe auf das Internet können beispielsweise via ADSL, über das Fernsehkabel, über Satellit oder über das Stromnetz erfolgen und sind momentan meist nur in Ballungsgebieten möglich. Diese Arten von Internetverbindungen ermöglichen grössere Datenübertragungsraten als eine Einwahl über Modem und ISDN und erlauben (da keine zeitabhängigen Telefongebühren anfallen) eine ständige Verbindung mit dem Provider. Abgerechnet werden sie oft über eine monatliche Pauschale, wobei die darin enthaltene Datenübertragungsmenge beschränkt ist und Überschreitungen dieser Maximalmengen separat verrechnet werden.

Viele Internet Service Provider bieten neben dem reinen Zugang zum Internet zusätzlich E-Mail-Services und Platz für eine eigene Homepage an. Einige grosse Provider wie beispielsweise AOL oder Microsoft Network (MSN) bieten spezielle Inhalte nur für ihre Kunden an.



Weiterführende Links

Providerlisten, Vergleiche und Auswahlhilfen für die Schweiz:
www.providerliste.ch

Providertarife und Hilfe bei der Providerauswahl für Deutschland:
www.teledir.de
www.teltarif.de

Informationen über Provider in den USA (Englisch):
www.thelist.com



Fragen und Antworten
Worauf muss ich bei der Wahl des Providers achten und wo erhalte ich Informationen über in Frage kommende Provider ?
Die Wahl des Providers hängt stark von persönlichen Surfverhalten ab. Für Gelegenheitssurfer, die monatlich nur wenige Stunden online sind, ist eine nach Nutzungsdauer abgerechnete Verbindung über Modem oder ISDN meist am günstigsten. Vielsurfer mit hohen Online-Zeiten können je nach Telefongesellschaft mit Pauschalangeboten oder (falls sie grössere Datenmengen herunterladen wollen) über breitbandige Internetzugänge, für die keine Telefongebühren anfallen, ihre Kosten senken.

Muss ich mich beim gleichen Provider einwählen, bei dem ich auch meine E-Mail oder meine Homepage habe ?
Nein. Wer will, kann z.B. bei einem Provider die eigene Domain anmelden, über einen anderen seine E-Mail beziehen, bei einem dritten seine Webseite unterbringen und sich bei einem vierten einwählen. Einige Provider bieten auch nur einen Teil dieser Services überhaupt an und sind dafür billiger oder spezialisierter als andere, so dass es sich durchaus lohnen kann, mehrere Angebote parallel zu nutzen.

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