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Powerline
In Kürze
Powerline ist eine Vernetzungstechnik, die über die Stromleitung eine
Vernetzung eines Haushalts oder einen schnellen Zugang zum Internet ermöglicht.
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Synonyme und Abkürzungen
PLC,
Powerline Networking,
Powerline Computing
Ähnliche Begriffe
Modem,
online,
Kabelmodem,
ADSL
Überblick
Powerline benutzt die in jedem Haushalt liegenden Stromleitungen, um die
Vernetzung von Computern ohne den gesonderten Aufbau eines Netzwerks zu
ermöglichen. In einer anderen Form kann damit auch ein Internet-Zugang
realisiert werden. Diese Form von Powerline ist in Deutschland bisher nur in
ganz wenigen Städten verfügbar.
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Abbildung 1: Powerline-Netzanbindung
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Detail
Powerline (englisch für Stromleitung) ist der Überbegriff für eine Sammlung von
Technologien, die die Kupferkabel für den Haushaltsstrom für die Vernetzung von
Computern nutzbar machen sollen. Der grosse Vorteil gegenüber eingeführten
Konkurrenztechniken wie "Ethernet" ist, dass nicht in jedes Zimmer neue Kabel
gelegt werden müssen, sondern die bereits verlegten Kupferkabel weiterverwendet
werden können. Powerline wird aus diesem Grund auch als Internet-Zugangstechnik
entwickelt; es könnte dazu dienen, die letzten Kilometer zwischen
Internet-Knotenrechner und dem Benutzer zu überwinden, ohne dass Milliarden in
den Aufbau einer neuen Netzinfrastruktur investiert werden müssen. Daher
interessieren sich für Powerline speziell die Energieversorgungsunternehmen,
denen das Stromnetz gehört.
Powerline für die Heimvernetzung kann folgende Dienste integrieren:
- Haustelefon
- Heimautomatisierung, setzt in Europa auf dem EIB (European Installation
Bus) auf, damit Kompatibilität zwischen den zu steuernden Geräten gewährleistet
ist. Hiermit ist es prinzipiell möglich, von einer Steuerzentrale im Haus
beispielsweise die Heizungen in den Räumen auf- und abzudrehen, Rolläden zu
schliessen und Licht an- und auszuschalten.
- Computervernetzung: Da Steckdosen in jedem Zimmer vorhanden sind und
Geräte, die vernetzt werden sollen, üblicherweise auch ans Stromnetz
angeschlossen sind, bietet sich die Vernetzung per Powerline an.
Powerline für den Internet-Zugang hat den Vorteil, dass es sich um eine
Standleitungstechnik handelt (auch als "always on" bezeichnet). Das heisst,
dass die Verbindung zum Netzwerk immer geschaltet ist, ein zeitraubendes
Einwählen entfällt. Zusätzlich bleibt die Telefonleitung für Gespräche frei.
Internet-Zugang per Powerline steht in direkter Konkurrenz zu anderen
Zugangsverfahren wie ADSL und Kabelmodems. Powerline kann Datentransferraten (siehe Bandbreite) von bis zu 2 MBit/s erreichen. Allerdings
werden üblicherweise alle Zugänge in einem Haus oder sogar einem Häuserblock
gebündelt, wodurch die Gesamtkapazität ensprechend der Zahl der Teilnehmer
aufgeteilt wird. Nehmen in der Nachbarschaft viele Benutzer an Powerline teil,
dann sinkt die Zugangsgeschwindigkeit auf Werte, wie sie auch mit einem Modem
erreicht werden können.
Technisch ist Powerline sehr aufwändig. Die Frequenz des Stromnetzes ist nicht
besonders stabil und das Einschalten grosser Geräte verursacht Störungen, die
sich über das Netz weithin ausbreiten. Diese haben eine so grosse Amplitude,
dass sie die gleichzeitige Datenübertragung beeinträchtigen. Zwar können
Netzwerkprotokolle wie TCP gestörte Datenpakete erkennen und neu anfordern, doch
führt das zu einer hohen Latenz. Bei der Häufigkeit von Störungen im Stromnetz
wäre eine Datenübertragung mit hoher Geschwindigkeit unmöglich. Das Problem
kann nur durch spezielle Elektronik gelöst werden, die die Art der Störungen
erkennt und die zu sendenden Daten so aufbereitet, dass sie trotz der Störungen
empfangen werden können. Diese Erkennung und Behandlung muss ständig neu
erfolgen. Bei der Heimvernetzung tritt diese Schwierigkeit weniger stark auf
als beim Internet-Zugang per Powerline, weshalb die geschätzten Kosten für die
Anbindung eines Haushalts sich auf ca. DM 1000.- belaufen.
Powerline für die Heimvernetzung nutzt in Europa einen standardisierten
Frequenzbereich bei 148,5 Khz, Powerline für den Internet-Zugang soll Bereiche
von 1-30 Mhz nutzen. Die digitalen Daten werden auf die hochfrequente
Trägerfrequenz aufmoduliert und diese dann wieder auf den 50 Hz-Wechselstrom
des Stromnetzes. Powerline für den Internet-Zugang ist aus den Reihen der
Amateurfunker unter Beschuss geraten: die verwendeten Trägerfrequenzen stören
den Empfang von Amateurfunk empfindlich und Stromkabel sind nicht abgeschirmt,
wirken also wie Sendeantennen.
Weiterführende Links
Artikel zu Internetzugang via Powerline (Deutsch, leicht zu lesen):
www.tarif-express.de/magazin/kw3700/topthema.html
Artikel zu allen Powerline-Formen (Deutsch, recht ausführlich):
www.speeddoesmatter.com/showdocument.php3?key=41
Fragen und Antworten
Lohnt es sich, auf Powerline für den Internetzugang zu warten?
Im Moment kaum. Erstens wird es bisher nur in wenigen Gegenden angeboten,
zweitens ist es viel teurer als andere Zugangsmöglichkeiten und drittens bietet
Powerline nur solange eine hohe Zugangsgeschwindigkeit, wie nicht viele Leute
daran teilnehmen.
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