deutsch  |  français
 
 

Home
Übungen
Lexikon
Testpersonen
Über uns
Kontakt

Home > Lexikon > PGP

PGP

In Kürze
PGP ist ein weitverbreitetes Verschlüsselungsverfahren für E-Mail und andere elektronische Dokumente.

Synonyme und Abkürzungen
Pretty Good Privacy, GPG (Gnu Privacy Guard), OpenPGP

Ähnliche Begriffe
Verschlüsselung, Zertifikat, PKI ("Public key infrastructure"), Signatur, asymmetrische Kryptografie, X.509

Überblick
PGP ist ein hybrides Verschlüsselungsverfahren, bei dem mittels eines öffentlichen und eines privaten Schlüssels Daten verschlüsselt werden. Es wird für folgende Einsatzgebiete verwendet (in Reihenfolge abnehmender Wichtigkeit):

  • Verschlüsselung elektronischer Dokumente (bes. E-Mails)
  • Signatur von Dokumenten (elektronische Unterschrift)
  • Verschlüsselung von Festplatten

Es hat derzeit den höchsten Verbreitungsgrad aller Verschlüsselungsprogramme bei E-Mails.

PGP ist in älteren Versionen für nichtkommerziellen Einsatz lizenzfrei und als Quellcode erhältlich (Open source). Inzwischen existiert auch davon abgeleitete freie Software wie GnuPG.

PGP ist für nichtkommerziellen Einsatz lizenzfrei (Freeware), Versionen vor 2.3 sind ausserdem OpenSource und unterliegen der GPL (General Public License).



Detail
PGP ist ein hybrides Verschlüsselungsverfahren, das die Geschwindigkeit der symmetrischen Verschlüsselung mit der Sicherheit der asymmetrischen Verschlüsselung kombiniert (siehe Verschlüsselung). Dazu werden die elektronischen Daten zunächst symmetrisch mit einem einmaligen zufälligen Sitzungsschlüssel kodiert, der dann asymmetrisch verschlüsselt und mit dem verschlüsselten Dokument zusammen z.B. zu einem Empfänger geschickt wird.

Auszug aus einem öffentlichen PGP-Schlüssel, wie er typischerweise an E-Mails angehängt wird:

 

  -----BEGIN PGP PUBLIC KEY BLOCK----- Version: PGPfreeware 7.0.3 for non-commercial use Comment: PGP-Anwendertips http://www.helmbold.de/pgp mQGiBDV6vpARBADSvJzRNfs8Gr34wz4sAtDt3Omy18TcxV8FmNGI4mjj5T1zWhYE dY63Q6SWz4qnc1goAG8Qgi54IfG4Xa82dMD2S0rny3ICXZ9MvX3N6U65B4zc7V12 YGunMwH41sIr/5HX7zbcCDjjEbcmveF2vJcQfy6X59SQV1PPfmheR+pE2QCg/x/F IiZdajwyC79AlLUXJEsWhxUD/jiyynTwn8DZXMSBkg7QKOB1lkcKlwQxMUWwRh4L (gekürzt)  

 

 

Den privaten Schlüssel (private key) behält derjenige, der die Schlüssel generiert hat, bei sich auf dem Rechner. Nur mit diesem privaten Schlüssel können die mit dem zugehörigen öffentlichen Schlüssel verschlüsselte Daten wieder ausgelesen werden. Da der private Schlüssel niemals übermittelt wird, ist das Verfahren sicher gegen Abhören.

Signieren und Zertifizieren

Mittels PGP können Dateien signiert werden. Dazu wird von PGP auf Basis der zu signierenden Datei und des Schlüsselpaares eine Signaturdatei erzeugt, die zusammen mit der Datei verschickt wird. Der Empfänger kann mittels PGP nun die Signaturdatei auslesen. Sollte ein Dritter die signierte Datei verändert haben, wird die Signatur als "ungültig" gemeldet.

PGP-Schlüssel können zertifiziert werden (siehe Zertifikat). Damit wird die Verknüpfung zwischen einem öffentlichen Schlüssel und dem Besitzer des privaten Schlüssels durch eine unabhängige Institution bestätigt.

Analog zur PKI ("Public key infrastructure") für X.509-Zertifikate existiert für PGP das "Web of Trust" mit einem Netz von Keyservern für öffentliche Schlüssel, die allerdings nicht dieselbe Verbindlichkeit wie Zertifikate besitzen, da weder Authentizität noch Validität eines Schlüssels geprüft werden. Die zertifizierende Funktion wird von anderen PGP-Benutzern eingenommen, die mit ihrem eigenen Schlüssel die Schlüssel anderer Benutzer signieren (daher "Netz des Vertrauens").

Eine Konkurrenz von PGP ist das S/MIME-Format von RSA. Dieses Verfahren hat allerdings folgende Schwächen:

  • nur wenige Zertifizierungsstellen
  • nur für Mail geeignet, da nicht dateiorientiert.
  • Quellcode nicht veröffentlicht

Mögliche Schwachstellen

PGP-Schlüssel mit einer Schlüssellänge von mehr als 521 Bit sind aktuell sehr sicher, da momentan die Leistung selbst moderner Rechner nicht ausreicht, um die Schlüssel durch Ausprobieren zu erhalten ("brute force attack"). Da zudem der private Schlüssel nie verschickt wird, sind vor allem Angriffe auf den Rechner des Absenders sinnvoll.

So werden PGP-Schlüssel durch ein Passwort geschützt, welches typischen Sicherheitsrisiken unterliegt (siehe Passwort) und z.B. über einen Trojaner auf dem Rechner ausgelesen werden könnte. Es wird deshalb empfohlen, den privaten Schlüssel auf einer Diskette (nicht auf der Festplatte) zu speichern.

Da normalerweise der öffentliche Schlüssel per Mail weitergegeben wird, kann der Empfänger sich ausserdem nicht 100%ig sicher sein, dass der öffentliche Schlüssel zu der richtigen Person gehört. Die sicherste Methode zur Schlüsselweitergabe ist daher auf persönlichem Weg oder über eine zwischengeschaltete Zertifizierungsinstanz.

Geschichte von PGP

PGP wurde ursprünglich im Juni 1991 von Philip Zimmermann entwickelt und als Freeware angeboten. Auslöser war ein Gesetzesentwurf in den USA, der Verschlüsselung nur dann erlauben wollte, wenn der Staat eine Hintertür in Form eines eigenen oder des privaten Schlüssels bekommt. Dieser als Antiterrormassnahme gedachte Ansatz hätte dazu geführt, dass jeglicher verschlüsselter Datentransfer in die USA oder innerhalb der USA selbst vom Staat abgehört hätte werden können oder illegal gewesen wäre, wenn der Staat nicht den passenden Schlüssel besessen hätte.

Mit einer Schlüssellänge von mehr als 128 Bit galt es 1993 in den USA als starkes Verschlüsselungsverfahren und fiel unter das strenge Waffenexportgesetz. Um PGP aus den USA zu exportieren, druckten Zimmermann und sein Arbeitgeber, das MIT (Massachusettes Institute of Technology), den Quellcode als Buch aus, exportierten die Bücher legal und scannten sie im Ausland wieder ein. Erst seit 1999 hat sich die Gesetzgebung bezüglich starker Verschlüsselung in den USA geändert.

Das inzwischen kommerziell von der Firma NAI verbreitete PGP-Programm ist nicht mehr Open Source, weshalb freie PGP-Varianten entwickelt werden (GnuPG, OpenPGP).



Weiterführende Links
Einführungen in PGP
http://www.helmbold.de/pgp
http://www.iks-jena.de/mitarb/lutz/anon/pgp.html
http://www.muenster.de/~marvel/default.html
http://www.internet-und-sicherheit.de bei PGP
http://home.arcor.de/kraven/.suspend.shtml

Online-Buch http://www.foebud.org/pgp

Linksammlung zu PGP
http://www.uni-siegen.de

Artikel: Die ersten 10 Jahre PGP
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/7175/1.html

Internationale PGP-Homepage
http://www.pgpi.org (Englisch)

Elektronisch Signieren
http://www.tecchannel.de/internet/402/index.html

Deutscher PGP-Keyserver
http://math-www.uni-paderborn.de/pgp



    © 2008 by Zeix AG Zürich   |   Kontakt