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Netscape

In Kürze
Der Netscape Navigator ist einer der bekanntesten Web-Browser, ein Programm also, mit dessen Hilfe Seiten aus dem World Wide Web dargestellt werden können.

Synonyme und Abkürzungen
Netscape Navigator

Ähnliche Begriffe
(Web-)Browser, Mozilla, Internet Explorer, Hypertext, HTTP

Überblick
Der Netscape Navigator ist eine der Parteien im Kampf um die Vorherrschaft über den Web-Browser-Markt, der als "Browser-Krieg" in die Geschichte des Internet eingagangen ist. In den Jahren 1994/95 war Netscape der führende Browser auf dem Markt. Ab 1996 konnte Microsoft mit seinem Konkurrenzprodukt Internet Explorer zunehmend Netscape aus der dominierenden Position verdrängen. Mit einem Browser, der von einer internationalen Entwicklergemeinde verbessert wird, schickt sich Netscape derzeit (Stand August 2001) an, verlorene Marktanteile zurückzuerobern.



 

   

 

Abbildung 1: Darstellung einer Webseite durch Netscape

 



Detail
Das World Wide Web hat sich schnell zum populärsten Dienst des Internet entwickelt. Dem entspricht die exponierte Stellung jener Programme, mit denen Webseiten betrachtet werden: Den Web-Browsern. Für viele Benutzer repräsentieren sie schlechterdings den Zugang zum Internet.

Geschichte des "Browser-Krieges"
Der Netscape Navigator ging aus dem Hypertext-Browser Mosaic hervor, der in den Jahren 1992-94 an der University of Indiana entwickelt wurde. Die Version 1.0 von Netscape, die alle führenden Betriebssysteme unterstützte, kam Ende 1994 heraus, gerade rechtzeitig, um sich als Standard-Browser für das boomende Worldwide Web zu etablieren. Auf dem Höhepunkt des Erfolgs ihres Browsers gelang der Firma Netscape im August 1995 der bis dahin erfolgreichste Neueinstieg an der amerikanischen Börse.

Der Kontrahent Microsoft hatte die Dynamik des Internet unterschätzt und konnte dem Netscape-Browser zunächst kein vergleichbares Produkt entgegensetzen. Erst die Version 3 des Microsoft Internet Explorer, die im August 1996 erschien, konnte vom Funktionsumfang her halbwegs mit dem Netscape Navigator konkurrieren. Es entwickelte sich ein Wettlauf um neue "Features" und Funktionen, bei dem die Kompatibilität mit dem HTML-Standard häufig den vermeintlichen Benutzerwünschen geopfert wurde, etwa bei der Unterstützung von Frames.

Der Internet Explorer konnte im Laufe der Zeit zunehmend seinen Marktanteil steigern, v.a. wegen der Bündelung mit den Microsoft-Betriebssystemen, die dazu führte, dass Computer-Neulinge überwiegend den Internet Explorer nutzten, einfach weil er auf ihrem System bereits vorinstalliert war. Angesichts eines drastisch sinkenden Marktanteils entschloss sich Netscape im Januar 1998 zu dem überraschenden Schritt, den Quellcode für die nächste Generation seiner Browser-Software zu veröffentlichen, so dass Programmierer aus der ganzen Welt sich an der Entwicklung des neuen Browsers unter dem Projektnamen Mozilla beteiligen konnten. Nach der Übernahme von Netscape durch AOL im November 1998 beschloss Netscape schliesslich, zwei Versionen des neuen Browsers herauszubringen: Zum einen den Open-Source Browser Mozilla (Open Source: offen verfügbarer Quellcode), zum anderen die Version 6 des Netscape Navigator, die auf demselben Programmcode beruht, aber durch einige Netscape-spezifische Erweiterungen ergänzt wird. Inwiefern es Netscape gelingt, mit diesen erneuerten Produkten verlorene Marktanteile zurückzuerobern, bleibt abzuwarten.

Ein Pionier der New Economy
Die Entscheidung Netscapes im Jahre 1994, seinen Browser für den privaten Gebrauch kostenlos zur Verfügung zu stellen, markierte ein Geschäftsmodell, das in gewisser Weise typisch ist für die sich um das Internet herum entwickelnde "New Economy": Durch das Verschenken der Software soll der Marktanteil gesteigert werden. Geld verdienen möchte man dann durch Dienste, die sich indirekt aus der Popularität des Browsers ergeben, etwa als Portal. Wer den Netscape Navigator neu installiert, landet zunächst auf der Netscape-Homepage, wo der Benutzer, so die Erwartung, die angebotenen Dienste nutzen und kräftig auf die Werbebanner klicken wird.



Weiterführende Links
Die deutschsprachige Netscape-Homepage:
www.netscape.de
Die Homepage der Entwickler des Open-Source Browsers Mozilla (Englisch):
www.mozilla.org
Information zur Entwicklung des Netscape-Browsers. Auch sonst ein lesenswertes Buch (Englisch):
Glyn Moody: Rebel Code. Linux and the Open Source Revolution, London 2001: The Penguin Press.


Fragen und Antworten
Netscape entwickelt zwei Browser. Stellen die sich damit nicht selbst ein Bein ?
Das ist durchaus möglich. Zumindest unter Linux spricht einiges dafür, dass Mozilla populärer wird als die 6er-Version des Netscape Navigator. Aber die entscheidende Frage wird sein, ob beide gegenüber der Marktdominanz des Internet Explorer von Microsoft bestehen können.
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