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Modem

In Kürze
Abkürzung für Modulator-Demodulator. Ein Modem wandelt digitale Daten in Töne um, so dass sie über analoge Verbindungen wie das Telefonnetz übertragen werden können.

Synonyme und Abkürzungen
Modulator-Demodulator, Digital-Analog-Adapter (DAA)

Ähnliche Begriffe
D/A und A/D-Wandler, DAC, Digital-Analog-Converter, Digital-Analog-Wandler, ISDN, DSL

Überblick
Modem ist ein ursprünglich englisches Kunstwort, das aus den beiden Begriffen "Modulator" und "Demodulator" zusammengesetzt ist. Man versteht darunter ein Gerät, das digitale Daten in unterschiedliche Frequenzen umwandelt, damit sie über analoge Verbindungen versandt werden können. Umgekehrt kann das Modem aus frequenzkodierten Tonfolgen Digitalzahlen zurückgewinnen. Modems sind für die Einwahl ins Internet übliche Geräte.



 

   

 

Abbildung 1: Verschiedene Modemverbindungen

 



Detail
Telefonnetze sind für die direkte Übertragung von digitalen Signalen wenig geeignet, da sie für den Transport von Frequenzen (analogen Schwingungen) entwickelt wurden. Da aber in praktisch jedem Haushalt ein Telefonanschluss liegt, wurde das Modem entwickelt, um eine Computer-zu-Computer-Verbindung über das Telefonnetz zu realisieren.

Das Prinzip des Modems wurde Ende der 50er Jahre erfunden; die ersten Modems für den Massenmarkt wurden Ende der 70er Jahre von der Firma Hayes entwickelt und hatten einen Datendurchsatz von 300 Bit/s - damals noch halbduplex, die beiden Seiten konnten also nur abwechselnd Daten übertragen. Diese Leistung wurde im Laufe der Zeit immer weiter gesteigert. Derzeit (Stand 2001) sind etwa 56.000 Bit/s erreicht, und zwar vollduplex, es können also beide Teilnehmer gleichzeitig senden. Damit sind Modems inzwischen fast so schnell wie ein ISDN-B-Kanal, eine rein digitale Technik zur Verbindung von Computern, die ab Mitte der 80er eingesetzt wurde.

Probleme bei der Übertragung von digitalen Daten über das Telefonnetz bereiten vor allem technisch bedingte Störungen der Signalformen und die geringe Bandbreite der Leitungen.

Die ersten Modems arbeiteten mit reiner Amplitudenmodulation, wodurch die maximale Datenrate (in baud, d.h. Signale pro Sekunde) relativ gering blieb. Später wurde durch Pulscodemodulation die Bandbreite deutlich gesteigert.

Die analogen Signale, die das Modem für die Übertragung erzeugt, kann man hören; sie sind allerdings nicht besonders wohlklingend. Häufig sind Modems so eingestellt, dass man den Verbindungsaufbau noch über einen eingebauten Lautsprecher verfolgen kann. Erst danach wird auf lautlosen Betrieb umgeschaltet - die Geräusche beim Verbindungsaufbau helfen dem Benutzer dabei, zu erkennen, ob die Verbindung zustandekommt.

Die weitere Entwicklung von echten Modems ist unsicher, da inzwischen die technischen Möglichkeiten weitgehend ausgereizt sind und neue digitale Verbindungstechniken mit weit grösserer Bandbreite für den Breitenmarkt einsatzfähig werden. Hierzu zählen insbesondere DSL-Leitungen (siehe ADSL). Zwar werden auch hier die Endgeräte manchmal als Modems bezeichnet, der Begriff ist aber eigentlich unzutreffend, da sie rein digitale Verbindungen aufbauen, die nur bis zur nächsten Vermittlungsstelle (statt wie bei Modemverbindungen bis zum Hostrechner - in der Regel dem Provider) reichen, wo das Digitalsignal ausgekoppelt wird.

Die maximal mögliche Datenrate für ein Modem in reiner Analogtechnik beträgt aufgrund der Beschränkungen des Telefonnetzes 33.600 Bit/s. Neuere Modems, die Übertragungsgeschwindigkeiten bis zu 56.000 Bit/s erreichen, können dies nur durch einen Trick errreichen: Sie senden digitale Informationen, können sich aber durch ständige Messungen der Leitungsqualität flexibel an schlechtere Leitungen anpassen. Bei schlechten Verbindungen schalten sie automatisch auf analoge Datenübertragung um; sind also strenggenommen nur bei schlechten Verbindungen ein Modem.

Die Steuerung eines Modems geschieht durch das sog. AT-Protokoll, ein Textprotokoll, bei dem der Computer Steuerbefehle an das Modem schickt, die immer mit "AT" (für "Attention", engl. Achtung) beginnen. Danach folgen ein oder mehrere Kommandobuchstaben, die dem Modem mitteilen, welche Telefonnummer angerufen werden soll und (optional) welche Verbindungsgeschwindigkeit und Datenkompression dabei erwünscht sind.

Beispiel: ATDT0101901929 AT leitet alle Modemkommandos ein. DT steht für "dial tone" und teilt dem Modem mit, dass es Tonwahl und nicht Pulswahl verwenden soll. Danach folgt die zu wählende Nummer.

Sowohl die Bezeichnung "das Modem" als auch "der Modem" sind gebräuchlich.



Weiterführende Links
Praxisorientierte Einführung in die Funktionsweise und Inbetriebnahmen von Modems (Deutsch):
www.lrz-muenchen.de/services/netzdienste/modem-isdn/modem/

Auflistung aller Modemstandards. Ziemlich technisch (Deutsch):
http://www.itu.int/rec/recommendation.asp?type=products&parent=T-REC-v



Fragen und Antworten
Mein Handy wurde auch "mit Modem" verkauft. Kann das sein?
Ja, Modemverbindungen können auch im Mobilfunknetz aufgebaut werden. Moderne Handys haben eingebaute Modems.

Wo kommen die eigenartigen Bezeichnungen für verschiedene Modemstandards wie V.92 her?
Die "International Telecommunication Union" (ITU) mit Sitz in der Schweiz ist die internationale Normungsbehörde für Telekommunikationsstandards. Sie nummeriert ihre Standards laufend durch, das V steht für Datenkommunikation über das Telefonnetz.

Wo an meinem Computer ist überhaupt das Modem?
Das Modem ist zwischen Computer und der Steckdose für das Telefon geschaltet. Wenn dazwischen kein Gerät zu sehen ist und das Kabel aus der Telefonsteckdose direkt mit dem Rechner verbunden ist, verfügt der Rechner vermutlich über ein eingebautes Modem in Form einer Steckkarte.

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