deutsch  |  français
 
 

Home
Übungen
Lexikon
Testpersonen
Über uns
Kontakt

Home > Lexikon > Kabelmodem

Kabelmodem

In Kürze
Kabelmodems ermöglichen einen ausgesprochen schnellen Internet-Zugang über das in den meisten Gegenden verlegte Fernsehkabel.

Synonyme und Abkürzungen
Cablemodem

Ähnliche Begriffe
Modem, online

Überblick
Kabelmodems sind eine relativ neue Technik, mit der ein Internet-Zugang über das Glasfaser- oder Koaxialkabel fürs Kabelfernsehen realisiert werden kann. Sie erlauben eine maximale Bandbreite von 42Mbit/s in beide Richtungen, werden aber häufig gedrosselt und asymmetrisch betrieben. Sie können da am effektivsten eingesetzt werden, wo das Fernsehkabel schon beim Verlegen einen Rückkanal ermöglichte, was in Deutschland nur in einigen Gebieten der Fall ist.



 

   

 

Abbildung 1: Anbindungsschema eines Kabelmodems

 



Detail
Während herkömmliche Analogmodems das Telefonnetz für die Anbindung von Computern ans Internet nutzen und durch dessen geringe Bandbreite eingeschränkt sind, sind Kabelmodems für die Verbindung über das Fernsehkabel entwickelt worden. Die Kabelfernsehnetze wurden seit Mitte der 70er schon als breitbandige Anschlussmedien entwickelt - damals noch, um mehrere Fernsehsendungen parallel zu übertragen. Heute kann diese hohe Bandbreite für einen sehr schnellen Transport digitaler Daten genutzt werden. Hierzu wird einer der vielen Sendekanäle, die im Frequenzbereich eines Fernsehkabels nebeneinander übertragen werden für den Datenverkehr verwendet. Ansonsten funktionieren Kabelmodemverbindungen ähnlich wie Analogmodems: Es wird eine Verbindung vom Benutzer zu einer Gegenstelle (auch als Cable Modem Termination System, CMTS bezeichnet) hergestellt. Direktverbindungen von Benutzern untereinander (peer-to-peer) unter Umgehung des Knotenrechners wie bei Ethernet sind nicht möglich.

Die Bandbreite einer Kabelmodemverbindung beträgt insgesamt bis zu 42Mbit/s für Up- und Downstream (Up= vom Benutzer zum Netz, Down= vom Netz zum Benutzer). Diese werden aber nicht symmetrisch, d.h. 27Mbits/s, sondern asymmetrisch aufgeteilt; üblich sind 38Mbit/s Downstream und 2Mbit/s Upstream. Diese Datenraten werden von den meisten Privatanwendern jedoch nicht benötigt und würden für die Kabelmodemprovider auch derart hohe Investitionen in die Backbones erfordern, dass ein bezahlbares Angebot kaum möglich wäre. Daher werden die Kabelmodems üblicherweise gedrosselt. Hierdurch kann die Gesamtbandbreite auf mehrere Kabelmodems (z.B. einen Häuserblock) aufgeteilt werden und es werden weniger Endgeräte benötigt.

An den Computer werden Kabelmodems per Ethernetschnittstelle angeschlossen; viele Fabrikate übernehmen auch zusätzlich noch Router- oder Paketfilterfunktionen. Der Zugang per Kabelmodem ist, ähnlich wie bei ADSL, eine Standleitungstechnik, das heisst, es ist keine Einwahl erforderlich, sondern die Verbindung zwischen Knotenrechner und dem Rechner des Benutzers kann ständig bestehen, ohne dass dafür besondere Kosten anfallen.

Der Zugang per Kabelmodem sollte als IEEE 802.14 standardisiert werden. Im Laufe des Standardisierungsprozesses preschten jedoch einige US-Firmen vor und schlossen sich in einer Allianz zusammen, die einen eigenen Standard, DOCSIS, verabschiedeten. In Europa wurde im Rahmen der EU die Entwicklung des konkurrierenden Standards DVB (Digital Video Broadcasting) sowohl für Kabelnetzzugang wie auch digitalen Rundfunk gefördert. Für die Endgeräte wurde eine Spezifikation namens "Euromodem" verabschiedet.

In den USA waren 1999 ca 2.5 Mio Kabelmodems im Einsatz. Zumindest in Deutschland hat sich das System jedoch nicht in dem Mass verbreitet, wie Mitte der 90er angenommen worden wahr. Dies liegt in erster Linie daran, dass das deutsche Fernsehkabelnetz ursprünglich nicht rückkanalfähig war, d.h. es war als reines Sendesystem ausgelegt, eine Datenübertragung vom Benutzer zurück zum Provider war nicht vorgesehen. Ein Rückkanal ist für einen Internetzugang jedoch nötig. Die Nachrüstung erfordert hohe Investitionen. Das deutsche Kabelnetz verblieb zunächst bei der Telekom, die nach der Privatisierung die entsprechenden Investitionen nicht tätigte; sie setzte für Breitbandzugänge auf ADSL. Erst nach dem Verkauf der Kabelnetze an Konkurrenten könnte sich diese Situation jetzt ändern.



Weiterführende Links
Kabelmodemforum (nicht nur, aber hauptsächlich für Österreich): home.pages.at/heaven/adsl/

Fragen und Antworten
Brauche ich für Kabelmodemzugang einen speziell ausgestatteten Rechner?
Ja, er muss zumindest eine Ethernet-Karte besitzen und sollte ca. 200Mhz schnell sein.

Bin ich mit einem Kabelmodem mehr als bei anderen Zugangsarten durch Viren und Hacker gefährdet?
Teilweise. Kabelmodems sind ähnlich wie ADSL, der Computer kann ständig online sein. Daher ist er auch viel stärker Angriffen aus dem Internet ausgesetzt als bei einer normalen Modemverbindung, die wieder getrennt wird. Allerdings kann man den Computer nach Gebrauch natürlich auch herunterfahren um dem zu begegnen

    © 2008 by Zeix AG Zürich   |   Kontakt