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JPEG

In Kürze
Ein insbesondere im WWW weitverbreiteter Standard für digitale Fotos. Die Abkürzung bezieht sich auf die Arbeitsgruppe, die den Standard entwickelt hat.

Synonyme und Abkürzungen
Joint Photographic Experts Group

Ähnliche Begriffe
Datenkompression, GIF, HTML, Internet

Überblick
JPEG ist ein Grafikstandard, der auf einem Vorschlag der "Joint Photographic Experts Group" beruht. Er ist besonders für Fotos geeignet, die für das Web aufbereitet werden sollen, da er von jedem Browser verstanden wird und die Grösse der Grafikdateien (und damit ihre Ladezeiten) stark reduzieren kann.



 

   

 

Abbildung 1: JPEG-Bild bei voller Auflösung und Detailansichten bei mittlerer, kleiner und sehr kleiner Auflösung

 



Detail
JPEG ist ein Grafikstandard, der speziell für die Kompression von Photos und Bildern mit Farbverläufen entwickelt wurde. Seine besonderen Fähigkeiten sind eine einstellbare Kompressionsrate, mit der man bei der Erstellung des JPEG Qualität gegen Dateigrösse abwägen kann. Dies wird erreicht, da JPEG ein sogenanntes verlustbehaftetes Kompressionsverfahren einsetzt, bei dem bestimmte Anteile eines Bildes weggelassen werden. Zur Bestimmung, welche Anteile eines Bildes weggelassen werden können, unterteilt der Kompressionsalgorithmus jedes Bild in kleine Quadrate und analysiert die Farb- und Helligkeitsschwankungen in jedem Quadrat, um z.B. geringe Farbabweichungen zu finden, die dem Auge sowieso nicht auffallen würden. Hierbei wird der Umstand ausgenutzt, dass dem Auge Farbabweichungen viel weniger stark auffallen als Abweichungen in der Helligkeit. Zum Betrachten muss ein JPEG wieder dekomprimiert werden. Im Gegensatz zu verlustfreien Kompressionen wie GIF kann die Qualität des Endbildes von der Art des Dekompressionsalgorithmus abhängen.

Da JPEG verlustbehaftet ist, sind das Ausgangsbild und das daraus erzeugte JPEG nicht gleich. Im JPEG fehlen Anteile, die im Originalbild noch enthalten waren. Es ist nicht ratsam, einmal komprimierte JPEGs in Bildbearbeitungsprogrammen zu bearbeiten und dann wieder als JPEG abzuspeichern, weil sie dann neu komprimiert werden müssen, wobei weitere Bildanteile verloren gehen. Mit jedem Abspeichern wird die Bildqualität daher schlechter. Diese Problematik (der sogenannte Generationenverlust) ist von analogen Musikkassetten bekannt, die auch nicht beliebig häufig kopiert werden können.

Technisch basiert JPEG auf der Anwendung Diskreter Cosinus Transformationen (DCT), bei der das Bild zunächst in 8x8 Pixel grosse Quadrate aufgeteilt und dann durch DCT in Funktionen verwandelt wird. Diese Funktionen werden dann anhand eines Modells gefiltert, das für die gewünschte Kompressionsrate die geringsten sichtbaren Abweichungen berechnet. Auf diese Weise erreichen JPEGs bei guter Qualität eine Kompressionsrate von 20:1 im Vergleich zum unkomprimierten Original.

JPEG ist ein schon recht alter Standard, seine Grundlagen wurden bereits Ende der 70er Jahre gelegt und 10 Jahre später gab es erste brauchbare Implementationen. Formal verabschiedet wurde der Standard 1992. In den 90ern setzte sich JPEG als Format für komprimierte Fotos durch das Aufkommen des World Wide Web durch. Auf JPEG aufbauend wurde in den folgenden Jahren das mit ähnlichen Verfahren arbeitende MPEG für die Komprimierung von Videofilmen entwickelt. Im Jahr 2000 wurde ein überarbeiteter Standard, JPEG2000 genannt, verabschiedet. Der Kompressionsalgorithmus basiert herbei auf Wavelet-Kompression , wodurch die Qualität der Bilder bei hohen Kompressionsraten besser ist, die typischen JPEG-Artefakte wie Geisterlinien an scharfen Kanten, sichtbare Quadratgrenzen und harte Farbabstufungen werden verringert. Eine Sonderform, JPEG2000-LS erlaubt die verlustfreie Kompression von Bildern, wenn Qualität wichtiger ist als kleine Dateigrösse. Zusätzlich erlaubt JPEG2000, Digital-Rights-Management-Merkmale (Urheberrechtsvermerke, Kopierschutzvorrichtungen) mit der Datei abzuspeichern.



Weiterführende Links
Häufig gestellte Fragen zu JPEG (Englisch):
www.faqs.org/faqs/jpeg-faq/
Allgemeines zu JPEG (Englisch):
www.jpeg.org


Fragen und Antworten
Für welche Bilder ist JPEG besonders geeignet?
Für Farbfotos mit einer hohen Farbtiefe (24 Bit). Bei grafischen Abbildungen, also z.B. Zeichnungen oder Logos, ist GIF überlegen, aber da GIFs nicht mehr als 256 unterschiedliche Farben enthalten können, eignet sich das Format nicht für Fotos. JPEG kann im Gegensatz zu GIF dafür keine Animationen abspielen. PNG kann zwar 24Bit tiefe Fotos ebenfalls in hoher Qualität komprimieren, erreicht aber nicht so hohe Kompressionsraten wie JPEG.

Lohnt es sich bereits jetzt, in Kameras mit JPEG2000-Unterstützung zu investieren?
Nur wenn sie im Sonderangebot kommen. Bis sich JPEG2000 soweit durchgesetzt hat, dass man die Bilder mit seinen Lieblingsprogrammen bearbeiten kann, sind wahrscheinlich schon eine bis mehrere neue Kameragenerationen auf dem Markt.

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