Das Internet (Abk. für "Interconnected Networks", miteinander verbundene
Netzwerke) ist das grösste Computernetzwerk der Welt. Schätzungen Ende 2000
gehen von weltweit über 400 Millionen Benutzern aus.
Entstanden ist das heutige Internet aus einem Projekt der ARPA (heute DARPA,
wobei das D für Defence, also Verteidigung steht). Die "Advanced Research
Projects Agency", auf deutsch etwa "Behörde für fortgeschrittene
Forschungsprojekte" ist eine Behörde des amerikanischen
Verteidigungsministeriums, welche 1968 mit der Entwicklung eines
Rechnernetzwerkes begann, das als Ganzes selbst bei einem Ausfall einer grossen
Anzahl Teilnetze noch funktionsfähig sein sollte. Der Gedanke dahinter war,
dass die Kommunikation unter den Regierungsbehörden auch im Falle eines
Atomkrieges möglichst sichergestellt sein sollte. Um dies zu erreichen, wurde
das Computernetz so geplant, dass nicht ein einzelner zentraler Rechner die
Kommunikation steuert, sondern dass jeder Rechner im Netzwerk zur
Datenweiterleitung eingesetzt werden kann. Einzelne Computer werden zu
Teilnetzen zusammengefasst, welche über verschiedene Netzwerkknoten
untereinander verbunden werden. Diese Struktur prägt auch das heutige Internet.
Falls eine der Netzwerkverbindungen unterbrochen wird, kann der Datenverkehr
automatisch über alternative Knoten umgeleitet werden. Dieses automatische
Finden von Übertragungswegen wird Routing genannt.
Das 1969 entstandene ARPANet verband ursprünglich das amerikanische
Verteidigungsministerium mit militärischen Forschungseinrichtungen sowie
einigen Universitäten, die vom Militär finanzierte Forschung betrieben. Dieses
Netz wurde laufend ausgebaut, und 1983 in ein militärisches und ein ziviles
Netzwerk aufgeteilt. Parallel dazu entstanden hauptsächlich durch die
Verbindung von weiteren Universitäten und Forschungseinrichtungen zusätzliche
Netzwerke. Durch die Verbindung dieser Netze untereinander sowie durch die
Erweiterung mit verschiedenen kommerziellen Netzen (aufgebaut beispielsweise
von Telefongesellschaften) entstand das heutige Internet.
Der Aufbau des Internets sieht - ausgehend vom Computer eines Endbenutzers -
etwa folgendermassen aus: Die kleinste Einheit stellt ein einzelner Computer
dar. Dieser Computer kann über Datenleitungen mit weiteren Computern im
gleichen Gebäude oder in benachbarten Gebäuden verbunden sein, wie es
beispielsweise bei Firmennetzwerken anzutreffen ist. Solche lokalen Netzwerke
werden LAN genannt. Ein LAN wird über einen Server (ein zentraler Rechner, auf den alle Computer im LAN
zugreifen können) mit einem Internet Service Provider (ISP) verbunden. Ein einzelner Computer, der nicht in
einem LAN eingebunden ist, kann aber auch direkt eine Verbindung zu einem ISP
eingehen.
Die Internet Service Provider ihrerseits sind über regionale oder nationale
Netzwerkbetreiber untereinander verbunden. Diese sind wiederum über sogenannte
"Network Access Points" (NAP, Netzwerk Zugriffspunkte) mit nationalen
Netzwerkbetreiber anderer Länder verbunden und bilden den sogenannten
Internet-Backbone, das "Rückgrat" des Internets.
Die Anforderung an die eingesetzte Netzwerkinfrastruktur steigt dabei von Ebene
zu Ebene mit der Anzahl der Benutzer. Während beim Endbenutzer der Computer für
die Netzwerkzugriffe mit relativ geringer Rechenleistung auskommt, müssen die
Rechner eines Internet Service Providers unter Umständen die Anfragen von
tausenden von Benutzern praktisch gleichzeitig bearbeiten können. Ebeno verhält
es sich mit den benötigten Bandbreiten: Die meisten Benutzer in Europa greifen via Modem oder ISDN mit Datenübertragungsraten von 56 beziehungsweise 64
KBit/s auf das Internet zu. Nationale Netzwerkbetreiber
setzen Glasfaser- oder Satellitentechnologien ein um Übertragungsraten von
mehreren 100 MBit/s zu erreichen.
Im Internet sollen alle miteinander verbundenen Computer untereinander Daten
austauschen können. Damit dies bei der Vielzahl der eingesetzten Rechner mit
unterschiedlichen Betriebsystemen funktionieren kann, benötigt man eine Reihe
von Standards. Da das Internet als Ganzes keinen Besitzer hat (lediglich
Teilbereiche wie Datenleitungen oder Teilnetze gehören einzelnen Behörden oder
Firmen) übernehmen unabhängige Organisationen zentrale Koordinationsaufgaben.
Eine solche Organisation ist die Internet Society (ISOC, auf deutsch "Internet-Gesellschaft"), welche sich in
zahlreiche Untergruppen aufgliedert.
Eine wesentliche Aufgabe dieser Organisationen betrifft die Festlegung eines
einheitliches Datenübertragungs-Protokolls
sowie die Sicherstellung einer eindeutigen Identifizierung der Rechner im
Netzwerk. Jeder Computer im Internet verfügt über eine eindeutige
Identifikationsnummer, die IP- (Internet Protocol) Adresse. Als
Übertragungsprotokoll dient TCP/IP. Mit Hilfe von TCP/IP können Daten, welche von einem
Computer an einen anderen gesendet werden sollen in mehrere "Pakete" aufgeteilt
werden, die alle mit der IP-Adresse des Computers, der die Daten schliesslich erhalten
soll, versehen werden. Diese Datenpakete können dann über unterschiedliche
Netzwerkknoten weitergeleitet werden, bis sie den Ziel-Computer erreichen.
Dieser Vorgang wird Routing genannt und ist eine wesentliche Komponente zur
Sicherung der Rechnerkommunikation auch bei Ausfall gewisser Teile des
Internets.
Aufbauend auf diese Infrastruktur bietet das Internet eine Reihe von Diensten
an. Die wichtigsten sind:
- Das World Wide Web (WWW). Dieser Dienst wird häufig mit dem Internet
gleichgesetzt, stellt in tatsächlich aber nur einen Teilbereich des Internets
dar. Das World Wide Web erlaubt die Darstellung von multimedialen Inhalten
(Text, Bild, Musik usw.) auf sogenannten Webpages, welche untereinander verknüpft sind.
- E-Mail. Dieser Dienst ermöglicht es, elektronische Post über
das Internet zu versenden.
- Usenet. Dieser Dienst erlaubt es, an Diskussionsgruppen (Newsgroups) teilzunehmen.
- FTP. Der FTP-Dienst dient der Übertragung von Dateien über das
Internet.
- Chat. Chat-Dienste erlauben es Benutzern, welche zur
gleichen Zeit mit dem Internet verbunden sind, über die Tastatur miteinander zu
kommunizieren.
Die Bedeutung des Internet hat in den letzten Jahren markant zugenommen und
seine Auswirkungen sind in vielen Bereichen unseres täglichen Lebens spürbar.
So nimmt es etwa bei der Informationssuche oder Kommunikation und
Zusammenarbeit zwischen räumlich voneinander entfernten Parteien eine wachsende
Rolle ein. Die neuen Kommunikations- und Interaktionsmöglichkeiten, welche das
Internet bietet, haben wesentlichen zur Entstehung und raschen Ausbreitung des
E-Commerce beigetragen.
ISOC-Homepage (engl.):
http://www.isoc.org
Geschichte des Internet:
Tabellarische Auflistung wichtiger Ereignisse (ab 1957) und Wachstumsgrafiken:
http://www.michaelkaul.de/Geschichte/geschichte.html
Geschichte des Internet ab 1989, angereichert mit weiteren wichtigen
Ereignissen in Politik, Wirtschaft, Kultur und Technik:
http://www.w3history.org/?lang=de
Statistische Daten:
Internet Statistiken für verschiedene Länder, u.a. für Deutschland (deutsch)
und die Schweiz (engl.):
http://www.mediametrix.com/landing.jsp
Internetstatistiken für Österreich:
http://mediaresearch.orf.at/internet.htm
Internetnutzer nach Sprache (engl.):
http://www.glreach.com/globstats/index.php3
Datenverkehr im Internet (engl.):
http://www.internettrafficreport.com/main.htm
Sammlung von Internet Statistiken aller Art (Demographie, Werbung,
Internet-Märkte, usw.; engl.):
http://www.clickz.com/stats/