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Internet

In Kürze
Abk. für "Interconnected Networks" (miteinander verbundene Netzwerke); weltweites Rechnernetz, bestehend aus einer Vielzahl an Teilnetzen.

Synonyme und Abkürzungen
Net, Interconnected Network, Netz

Ähnliche Begriffe
Netzwerk, WWW, TCP/IP

Überblick
Das Internet ist ein weltweites Computernetzwerk, welches aus einer Vielzahl an Teilnetzen besteht. In allen diesen Teilnetzen wird TCP/IP als Netzwerkprotokoll sowie ein einheitliches Adressierungschema (die IP-Adresse) verwendet. Aufgrund seines Aufbaus gilt das Internet als extrem ausfallsicher. Es ermöglicht Benutzern auf der ganzen Welt untereinander Informationen auszutauschen und bietet Dienste wie E-Mail, World Wide Web, Usenet oder FTP an. Die Bedeutung des Internet hat in den letzten Jahren markant zugenommen und seine Auswirkungen sind in vielen Bereichen unseres täglichen Lebens spürbar.

Detail
Das Internet (Abk. für "Interconnected Networks", miteinander verbundene Netzwerke) ist das grösste Computernetzwerk der Welt. Schätzungen Ende 2000 gehen von weltweit über 400 Millionen Benutzern aus.

Entstanden ist das heutige Internet aus einem Projekt der ARPA (heute DARPA, wobei das D für Defence, also Verteidigung steht). Die "Advanced Research Projects Agency", auf deutsch etwa "Behörde für fortgeschrittene Forschungsprojekte" ist eine Behörde des amerikanischen Verteidigungsministeriums, welche 1968 mit der Entwicklung eines Rechnernetzwerkes begann, das als Ganzes selbst bei einem Ausfall einer grossen Anzahl Teilnetze noch funktionsfähig sein sollte. Der Gedanke dahinter war, dass die Kommunikation unter den Regierungsbehörden auch im Falle eines Atomkrieges möglichst sichergestellt sein sollte. Um dies zu erreichen, wurde das Computernetz so geplant, dass nicht ein einzelner zentraler Rechner die Kommunikation steuert, sondern dass jeder Rechner im Netzwerk zur Datenweiterleitung eingesetzt werden kann. Einzelne Computer werden zu Teilnetzen zusammengefasst, welche über verschiedene Netzwerkknoten untereinander verbunden werden. Diese Struktur prägt auch das heutige Internet. Falls eine der Netzwerkverbindungen unterbrochen wird, kann der Datenverkehr automatisch über alternative Knoten umgeleitet werden. Dieses automatische Finden von Übertragungswegen wird Routing genannt.

Das 1969 entstandene ARPANet verband ursprünglich das amerikanische Verteidigungsministerium mit militärischen Forschungseinrichtungen sowie einigen Universitäten, die vom Militär finanzierte Forschung betrieben. Dieses Netz wurde laufend ausgebaut, und 1983 in ein militärisches und ein ziviles Netzwerk aufgeteilt. Parallel dazu entstanden hauptsächlich durch die Verbindung von weiteren Universitäten und Forschungseinrichtungen zusätzliche Netzwerke. Durch die Verbindung dieser Netze untereinander sowie durch die Erweiterung mit verschiedenen kommerziellen Netzen (aufgebaut beispielsweise von Telefongesellschaften) entstand das heutige Internet.

Der Aufbau des Internets sieht - ausgehend vom Computer eines Endbenutzers - etwa folgendermassen aus: Die kleinste Einheit stellt ein einzelner Computer dar. Dieser Computer kann über Datenleitungen mit weiteren Computern im gleichen Gebäude oder in benachbarten Gebäuden verbunden sein, wie es beispielsweise bei Firmennetzwerken anzutreffen ist. Solche lokalen Netzwerke werden LAN genannt. Ein LAN wird über einen Server (ein zentraler Rechner, auf den alle Computer im LAN zugreifen können) mit einem Internet Service Provider (ISP) verbunden. Ein einzelner Computer, der nicht in einem LAN eingebunden ist, kann aber auch direkt eine Verbindung zu einem ISP eingehen. Die Internet Service Provider ihrerseits sind über regionale oder nationale Netzwerkbetreiber untereinander verbunden. Diese sind wiederum über sogenannte "Network Access Points" (NAP, Netzwerk Zugriffspunkte) mit nationalen Netzwerkbetreiber anderer Länder verbunden und bilden den sogenannten Internet-Backbone, das "Rückgrat" des Internets.

Die Anforderung an die eingesetzte Netzwerkinfrastruktur steigt dabei von Ebene zu Ebene mit der Anzahl der Benutzer. Während beim Endbenutzer der Computer für die Netzwerkzugriffe mit relativ geringer Rechenleistung auskommt, müssen die Rechner eines Internet Service Providers unter Umständen die Anfragen von tausenden von Benutzern praktisch gleichzeitig bearbeiten können. Ebeno verhält es sich mit den benötigten Bandbreiten: Die meisten Benutzer in Europa greifen via Modem oder ISDN mit Datenübertragungsraten von 56 beziehungsweise 64 KBit/s auf das Internet zu. Nationale Netzwerkbetreiber setzen Glasfaser- oder Satellitentechnologien ein um Übertragungsraten von mehreren 100 MBit/s zu erreichen.

Im Internet sollen alle miteinander verbundenen Computer untereinander Daten austauschen können. Damit dies bei der Vielzahl der eingesetzten Rechner mit unterschiedlichen Betriebsystemen funktionieren kann, benötigt man eine Reihe von Standards. Da das Internet als Ganzes keinen Besitzer hat (lediglich Teilbereiche wie Datenleitungen oder Teilnetze gehören einzelnen Behörden oder Firmen) übernehmen unabhängige Organisationen zentrale Koordinationsaufgaben. Eine solche Organisation ist die Internet Society (ISOC, auf deutsch "Internet-Gesellschaft"), welche sich in zahlreiche Untergruppen aufgliedert.

Eine wesentliche Aufgabe dieser Organisationen betrifft die Festlegung eines einheitliches Datenübertragungs-Protokolls sowie die Sicherstellung einer eindeutigen Identifizierung der Rechner im Netzwerk. Jeder Computer im Internet verfügt über eine eindeutige Identifikationsnummer, die IP- (Internet Protocol) Adresse. Als Übertragungsprotokoll dient TCP/IP. Mit Hilfe von TCP/IP können Daten, welche von einem Computer an einen anderen gesendet werden sollen in mehrere "Pakete" aufgeteilt werden, die alle mit der IP-Adresse des Computers, der die Daten schliesslich erhalten soll, versehen werden. Diese Datenpakete können dann über unterschiedliche Netzwerkknoten weitergeleitet werden, bis sie den Ziel-Computer erreichen. Dieser Vorgang wird Routing genannt und ist eine wesentliche Komponente zur Sicherung der Rechnerkommunikation auch bei Ausfall gewisser Teile des Internets.

Aufbauend auf diese Infrastruktur bietet das Internet eine Reihe von Diensten an. Die wichtigsten sind:

  • Das World Wide Web (WWW). Dieser Dienst wird häufig mit dem Internet gleichgesetzt, stellt in tatsächlich aber nur einen Teilbereich des Internets dar. Das World Wide Web erlaubt die Darstellung von multimedialen Inhalten (Text, Bild, Musik usw.) auf sogenannten Webpages, welche untereinander verknüpft sind.
  • E-Mail. Dieser Dienst ermöglicht es, elektronische Post über das Internet zu versenden.
  • Usenet. Dieser Dienst erlaubt es, an Diskussionsgruppen (Newsgroups) teilzunehmen.
  • FTP. Der FTP-Dienst dient der Übertragung von Dateien über das Internet.
  • Chat. Chat-Dienste erlauben es Benutzern, welche zur gleichen Zeit mit dem Internet verbunden sind, über die Tastatur miteinander zu kommunizieren.

Die Bedeutung des Internet hat in den letzten Jahren markant zugenommen und seine Auswirkungen sind in vielen Bereichen unseres täglichen Lebens spürbar. So nimmt es etwa bei der Informationssuche oder Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen räumlich voneinander entfernten Parteien eine wachsende Rolle ein. Die neuen Kommunikations- und Interaktionsmöglichkeiten, welche das Internet bietet, haben wesentlichen zur Entstehung und raschen Ausbreitung des E-Commerce beigetragen.



Weiterführende Links
ISOC-Homepage (engl.): http://www.isoc.org

Geschichte des Internet:

Tabellarische Auflistung wichtiger Ereignisse (ab 1957) und Wachstumsgrafiken: http://www.michaelkaul.de/Geschichte/geschichte.html

Geschichte des Internet ab 1989, angereichert mit weiteren wichtigen Ereignissen in Politik, Wirtschaft, Kultur und Technik: http://www.w3history.org/?lang=de

Statistische Daten:

Internet Statistiken für verschiedene Länder, u.a. für Deutschland (deutsch) und die Schweiz (engl.): http://www.mediametrix.com/landing.jsp

Internetstatistiken für Österreich: http://mediaresearch.orf.at/internet.htm

Internetnutzer nach Sprache (engl.): http://www.glreach.com/globstats/index.php3

Datenverkehr im Internet (engl.): http://www.internettrafficreport.com/main.htm

Sammlung von Internet Statistiken aller Art (Demographie, Werbung, Internet-Märkte, usw.; engl.): http://www.clickz.com/stats/

Fragen und Antworten
Wie komme ich ins internet? Um von zu Hause aus in das Internet zu kommen, muss man sich bei einem Internet Provider anmelden. Hilfe beim Einrichten des Internetzuganges bietet der Eintrag "Internetzugang".

Welche Programme benötige ich für das Internet? Um die verschiedenen Internetdienste nutzen zu könne, benötigt man meist spezielle Programme. Dies sind:

  • Ein Webbrowser für die Nutzung des World Wide Webs (WWW)
  • Ein E-Mail Programm zum Schreiben und Lesen von E-Mails, ohne mit dem Internet verbunden zu sein und zum Empfangen und Senden von Nachrichten für Newsgroups.
  • Ein FTP-Programm für den Download (bzw. Upload) von Dateien von einem anderen Rechner.
  • Ein Chat-Programm um mit anderen Internet-Benutzern, die gerade online sind, kommunizieren zu können.

Wie finde ich etwas im Internet? Wie man bestimmte Informationen im Internet findet, wird im Eintrag "Internet-Suchdienst" beschrieben.

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