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GIF

In Kürze
Ein insbesondere im World Wide Web weitverbreiteter Standard für Computergrafiken, der bis zu 256 Farben unterstützt.

Synonyme und Abkürzungen
Graphics Interchange Format

Ähnliche Begriffe
Datenkompression, JPEG, HTML, Internet

Überblick
Der "Graphics Interchange Format"-Standard wird vor allem für Abbildungen auf Websites verwendet. Er wurde 1987 erfunden, erlaubt bis zu 256 Farben, Transparenz und Animationen. Die Grafikdaten werden dabei verlustfrei komprimiert.



 

   

 

Abbildung 1: GIF-Bild in mittlerer Auflösung und in Detailansicht

 



Detail
GIF ist einer der ältesten weitverbreiteten Grafikstandards, dessen Geschichte bis in die Zeit vor dem World Wide Web zurückreicht. Er wurde ursprünglich 1987 von der Firma Compuserve erfunden, damals noch für die Verwendung in ihrem Bulletin-Board-System (eine inzwischen ausgestorbene Form elektronischer schwarzer Bretter). Es stammt somit aus einer Zeit, als hohe Auflösungen und viele Farben ein Luxus waren; aus diesem Grund beschränkt es sich auf maximal 256 Farben.

In den Frühzeiten des WWW waren Grafiken auf Webseiten noch sehr selten - weder waren die Computer leistungsfähig noch die Modems schnell genug. Erst ab ca. 1994 wurden Abbildungen und Grafiken häufiger. GIF als damals schon gut eingeführter Grafikstandard, der auf allen Plattformen unterstützt wurde, wurde der Standard, um Bilder ins Netz zu bringen. Die Beschränkung auf 256 Farben wurde nicht als störend empfunden, da sowieso nur wenige Rechner mehr unterschiedliche Farben darstellen konnten. Der für die Kompression der Grafikdaten verwendete LZW- (Lempel-Ziv-Welch, nach den Erfindern) Algorithmus erlaubt eine recht gute Reduktion der Dateigrössen und damit schnellere Downloads, ohne den Rechner beim Dekomprimieren der Grafik im Browser allzusehr zu beanspruchen.

Die immer noch aktuelle Spezifikation GIF89a wurde 1989 verabschiedet. Sie erlaubt es, eine Farbe als Transparenzfarbe zu definieren, d.h. ähnlich wie in der Blue-Box-Technik im Fernsehen wird diese Farbe nicht wirklich dargestellt, sondern nur als Hinweis genutzt - hier dafür, dass die Hintergrundfarbe dargestellt werden soll. Damit kann der Eindruck einer freigestellten Farbfläche erzeugt werden.
GIF89a erlaubt es weiterhin, einfache Animationen darzustellen. Hierfür werden mehrere Einzelbilder zu einer Datei kombiniert und wie ein kurzer Film hintereinander abgespielt. Diese Technik hat das GIF-Format für Werbung im Web beliebt gemacht.

Inzwischen ist GIF durch seine Beschränkungen im Bereich digitale Fotos weitgehend vom JPEG-Format abgelöst worden, das Millionen von Farbschattierungen darstellen kann, dafür jedoch eine verlustbehaftete Kompressionsmethode einsetzt, um die Dateigrössen in einem erträglichen Rahmen zu halten. GIF bleibt weiterhin das meistgenutzte Format für die Darstellung von Schriftzügen und Logos, wo es mehr auf saubere Grenzen zwischen Farbflächen als auf die Darstellung vieler Farben gleichzeitig ankommt.

Die Beliebtheit von GIF ging ab 1994 etwas zurück, als bekannt wurde, dass die Firma Unisys ein Patent auf das LZW-Kompressionsverfahren besitzt. Darauf aufbauend verlangte Unisys Patentgebühren von Software-Entwicklern, deren Programme GIFs erzeugen. Durch den Patentstreit und die Forderungen von Unisys bewegt gründete sich eine Gruppe von Entwicklern, die einen patentfreien Nachfolger für GIF entwickelte, der inzwischen unter dem Namen PNG (Portable Net Graphics) bekannt ist.

Technisch gesehen ist GIF ein palettenbasiertes Grafikformat für Pixelgrafiken, d.h. es kann keine Vektoren oder Buchstaben darstellen. Eine GIF-Datei enthält mehrere Datenblöcke:

  • Kontrollblöcke (mit Anweisungen an das darstellende Programm wie z.B. die Festlegung der Farbpalette)
  • Renderblöcke (mit Daten und Informationen für die Darstellung)
  • und Spezialblöcke (wie z.B. einen Block für Kommentare zum Bild), die nicht in die Bilddarstellung einbezogen werden.



Weiterführende Links
Sammlung von Links zu Webgrafiken (Deutsch):
http://directory.google.com/Top/World/Deutsch/Computer/Grafik/Web/
Dokumentation der Patentstreitigkeiten (auf Englisch):
www.cloanto.com/users/mcb/19950127giflzw.html


Fragen und Antworten
Wann soll ich denn nun GIF verwenden, wann lieber PNG oder JPEG?
GIF immer dann, wenn keine Fotos dargestellt werden sollen, sondern grafische Elemente wie Zeichnungen oder Logos ohne fliessende Übergänge oder Animationen. Für die Darstellung solcher Elemente kann auch PNG verwendet werden; einen echten Vorteil bietet GIF nur für Benutzer mit sehr alten Browsern, die PNG nicht darstellen können.

Wie kann ich animierte GIFs erstellen?
Dazu wird besondere Software benötigt. Einen Ueberblick bietet members.aol.com/royalef/toolbox.htm (Englisch).

Mich nerven diese ganzen Animationen im Web. Was tun?
In den allermeisten Browsern kann man sie abschalten. Das Bild wird dann zwar noch angezeigt, aber blinkt nicht ständig vor sich hin. Das findet sich - je nach Browser - z.B. unter "Einstellungen/Multimedia" oder "Einstellungen/Seiteninhalte". Wenn Sie dort die Option "Animationen abspielen" deaktivieren, haben Sie Ruhe.

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