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FTP

In Kürze
Mit dem Internet-Dienst FTP (File Transfer Protocol, deutsch: Dateiübertragungs-Protokoll), lassen sich Texte, Programme, Filme, Tondateien und Bilder zwischen Computern übertragen.

Synonyme und Abkürzungen
File Transfer Protocol

Ähnliche Begriffe
Download, Upload, Protokolle, Client, Server

Überblick
Das File Transfer Protocol (dt. Dateiübertragungsprotokoll) FTP ist für den Austausch von Dateien im Internet zuständig. FTP regelt das Verfahren, nach dem Dateien von einem Computer zum anderen übertragen werden, wobei die beteiligten Computer nicht das gleiche Betriebssystem zu haben brauchen. Mittels FTP lassen sich Dateien auf einem weit entfernten Rechner ähnlich komfortabel verwalten, als lägen sie auf dem Rechner des Benutzers. Das ist besonders für Autoren von Webseiten wichtig.



 

   

 

Abbildung 1: Darstellung von FTP-Files

 



Detail

Grundlagen

Das Protokoll FTP legt ein Verfahren fest, nach dem Computer im Internet Dateien austauschen können. Die Abkürzung FTP (File Transfer Protocol) bezeichnet dabei nicht nur das Protokoll selbst, sondern auch den Internet-Dienst, der darauf beruht. Neben HTTP (Web) und SMTP (Mail) ist FTP eins der wichtigsten und ältesten Protokolle im Internet. Es wurde bereits in den frühen 70er Jahren entwickelt. FTP basiert seinerseits auf dem Protokoll TCP.

Mit "FTP-Server" bezeichnet man einen Computer, der FTP-Anfragen bearbeitet ebenso wie das FTP-Programm, das auf diesem Computer läuft. Analog dazu wird als "FTP-Client" sowohl der Rechner bezeichnet, der per FTP Daten mit einem FTP-Server austauscht, als auch die dazu verwendete Software.


Einsatzgebiete

Die Haupteinsatzgebiete von FTP sind

die Übertragung von Dateien von und zu Server-Rechnern, auf denen man sich mit User Name und Passwort anmeldet. Da alle Seiten, die im Internet verfügbar sein sollen, zuerst auf einen Rechner hochgeladen werden müssen, der rund um die Uhr mit dem Internet verbunden ist, ist FTP eins der wichtigsten Werkzeuge beim Erstellen und Warten von Webseiten. Die Verwaltung von Dateien auf einem fremden Rechner. Per FTP lassen sich nicht nur Dateien übertragen, sondern auch Verzeichnisse und Dateien anlegen, löschen oder umbenennen. Der Datei-Download von sogenannten Anonymous-FTP-Servern im Internet. Beim anonymen FTP genügt die Anmeldung am Server als "anonymous", "Guest" oder "Gast". Als Passwort genügt meist die E-Mail-Adresse. Viele grosse Unternehmen oder Organisationen unterhalten solche Anonymous-FTP-Server wie zum Beispiel ftp://ftp.leo.org/.

Häufig wird das Stichwort FTP nur mit dem Download von Musik im MP3-Format oder von Bildern in Verbindung gebracht. Tatsächlich lässt sich das Protokoll zum Austausch aller möglichen Dateien einsetzen:

  • Shareware- und Freeware- Programme
  • Demoversionen kommerzieller Programme
  • Updates, Treiber, Korrekturen und Dokumentation von Programmen
  • wissenschaftliche Artikel
  • Volltexte von Büchern


Wie funktioniert das FTP-Protokoll?

Das Protokoll sieht zwei separate Verbindungen zwischen Sender und Empfänger vor: über die eine werden die FTP-Kommandos übertragen, über die andere die Daten. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass nur die Kommando-Leitung, über die sehr wenige Daten fliessen, über die ganze Dauer der FTP-Verbindung aufrechterhalten werden muss. Die Datenleitung, über die grosse Datenmengen übertragen werden, öffnet sich nur bei Bedarf und wird danach wieder geschlossen.

Der FTP-Client verbindet sich über das Internet mit einem FTP-Server - in unserem Beispiel mit dem fiktiven Server ftp.nureinbeispiel.de. Ein Dialog zwischen Client und Server beginnt. Diesen Dialog könnte man auch Zeile für Zeile von Hand eingeben; in der Regel übernimmt diese Aufgabe aber ein FTP-Client mit grafischer Benutzeroberfläche, der alle Vorgänge im Hintergrund abwickelt.

Server: 220 ftp.nureinbeispiel.de ready Der Server teilt dem Client mit, dass er bereit ist und auf Eingaben wartet. Die Zahl "220" ist ebenso wie die folgenden ein im FTP-Protokoll definierter Code.
Client: USER hinz Der Client stellt sich mit Benutzernamen vor. USER und alle folgenden Kommandos in Grossbuchstaben sind ebenfalls im FTP-Protokoll fest definierte Befehle.
Server: 331 Password required for hinz Der Server hat nachgesehen, ob er einen User "hinz" kennt und fordert jetzt das dazugehörige Passwort an.
Client: PASS kunz hinz gibt sein Passwort an. Dabei handelt es sich übrigens um ein schlechtes Passwort, weil es viel zu leicht erraten werden kann - Tipps zur Auswahl sichererer Passwörter finden sich im Eintrag "Passwort".
Server 230 User hinz logged in Der Server stellt fest, dass Username und Passwort zusammenpassen und gewährt dem Benutzer hinz Zugang.
Client: TYPE A hinz möchte eine Liste der vorhandenen Dateien sehen. Er teilt dem Server als erstes mit, dass sie im ASCII-Format übertragen werden soll.
Server: 200 Type set to A Der Server bestätigt: "Alle folgenden Dateien werden bis auf weiteres im ASCII-Format übertragen."
Client: PORT 192.168.10.1.10.68 Der Client teilt dem Server mit, mit welcher IP-Adresse und welchem Port er sich verbinden soll.
Server: 200 PORT command successful Der Server bestätigt, dass das PORT-Kommando erfolgreich verarbeitet wurde.
Client: LIST hinz fordert eine Liste der auf dem Server vorhandenen Dateien an.
Server: 150 Opening ASCII mode data connection for file list Eine zweite Verbindung zum Client, die Datenleitung, wird hergestellt und über diese Verbindung die angeforderte Liste übertragen.
Server 226 Transfer complete Der Server schliesst die Datenleitung und meldet, dass die Übertragung erfolgreich abgeschlossen ist.
Alle weiteren Vorgänge gekürzt ... hinz kann jetzt aus den vorhandenen Dateien auswählen, was er herunterladen möchte, oder selbst Dateien zum Server hochladen.


FTP-Software

Die meisten Browser sind mit eingebauten FTP-Clients versehen und setzen oft das FTP-Protokoll ein, wenn der Benutzer Dateien herunterladen möchte. Statt des HTTP-Protokolls wird dabei einfach das FTP-Protokoll in der Adresse des gewünschten Dokuments angegeben:

ftp://ftp.leo.org/

Ist für den Verbindungsaufbau ein Username und ein Passwort erforderlich, können beide direkt in der URL angegeben werden:

ftp://sulb97:pwd_6679@subito.sulb.uni-saarland.de/ Der Username ist hier "sulb97", das Passwort "pwd_6679". Mit dem @-Zeichen werden sie von der restlichen Adresse getrennt.

Allerdings ist es über den Browser nicht möglich, Dateien per FTP zum Server hochzuladen, und auch der Download mehrerer Dateien gestaltet sich wenig komfortabel. Für anspruchsvollere Zwecke braucht man einen FTP-Client. Gebräuchliche Clients sind z.B. "WS_FTP" und "FTP Voyager" für Windows, "Interarchy" und "Fetch" für den Mac und unter Linux. Einfache FTP-Clients gibt es häufig kostenlos als Freeware.

Alle FTP-Programme unterscheiden sich in Aussehen und Benutzerfreundlichkeit, aber das Funktionsprinzip bleibt immer gleich. Nach dem Start benötigen sie als erstes die Adresse des FTP-Servers, zu dem eine Verbindung hergestellt werden soll. Als nächstes sind meist der Username und das Passwort erforderlich. Viele FTP-Clients bieten die Möglichkeit, beides für den nächsten Einsatz zu speichern, was zwar komfortabel ist, aber nicht ohne Risiko, falls in der Zwischenzeit jemand anders Zugang zum eigenen Rechner hat. Manche Clients zeigen während der Arbeit die oben erläuterten FTP-Kommandos und die Serverantworten an, andere verbergen sie vor dem Benutzer. Steht die Verbindung zum Server, bekommt der Benutzer in der Regel eine Bildschirmaufteilung ähnlich der folgenden angezeigt:

http://www.ipswitch.com/Products/WS_FTP/images/interface.html

Bildunterschrift: WS_FTP, ein FTP-Client für Windows

WS-FTP und viele ähnliche Programme zeigen auf der einen Seite des Fensters die Verzeichnisse und Dateien auf dem Server an, auf der anderen Seite die des eigenen Rechners. Dateien lassen sich problemlos und fast wie auf der eigenen Festplatte vom lokalen ins Serververzeichnis und umgekehrt verschieben.

Nützlich ist bei FTP-Clients die Funktion, eine abgebrochene Übertragung am gleichen Punkt wieder aufzunehmen. Wenn beim Download einer grossen Datei die Verbindung unterbrochen wird, muss man ansonsten wieder ganz von vorne anfangen.

Ausserdem gibt es unter www2ftp.de/ ein Web-Interface, mit dessen Hilfe man über den Browser auf den eigenen FTP-Account zugreifen kann, ohne dass ein FTP-Client erforderlich ist. Wenn man öfter mit Freunden Dateien (z.B. MP3-Musikdateien) austauschen möchte, die zu gross sind, um sie als Attachment an eine E-Mail zu hängen, kann es sinnvoll sein, eigene FTP-Server-Software zu installieren. Natürlich funktioniert ein Download vom eigenen Rechner nur, solange dieser mit dem Internet verbunden ist. Bei dynamisch zugeteilten IP-Adressen muss man dem anderen Benutzer also sowohl mittteilen, wann man online ist, als auch, unter welcher IP-Adresse man derzeit zu erreichen ist. Dann aber sind die eigenen Daten auch von aussen zugänglich und können ? entweder nur von ausgewählten Benutzern oder von jedermann - heruntergeladen werden.



Weiterführende Links
Web-Interface zum eigenen FTP-Account (deutschsprachig):
www2ftp.de

FTP-Clients für Windows:
WS-FTP (deutsche Version erhältlich): www.ipswitch.com/Products/WS_FTP/
FTP Voyager (deutsche Version erhältlich): www.ftpvoyager.com/

FTP-Clients für den Mac:
Interarchy (deutsche Version erhältlich): www.interarchy.com/main/
Fetch: http://fetchsoftworks.com/

FTP-Clients für Linux:
Auswahl verfügbarer FTP-Server-Software: http://dmoz.org/Computers/Software/Internet/Servers/FTP/

RFC 959 beschreibt das RFC-Protokoll detailliert (englisch, sehr technisch): www.faqs.org/rfcs/rfc959.html



Fragen und Antworten
Ich habe mich erfolgreich bei einem anonymen FTP-Server eingeloggt. Jetzt sehe ich nur Verzeichnisse mit merkwürdigen Namen vor mir.
Die meisten FTP-Server laufen unter dem Betriebssystem Unix. Unter Unix gibt es einige Konventionen zur Benennung von Verzeichnissen, die für nicht mit Unix vertraute Benutzer verwirrend sein können. Die meisten Verzeichnisse wie "bin", "etc" und "usr" enthalten nichts für Besucher Interessantes und sind vermutlich ohnehin gesperrt. Von Interesse für fremde Benutzer sind Verzeichnisse wie "pub", "mirrors", "uploads" oder "incoming". Unter Umständen muss man sich durch einige Verzeichnishierarchien arbeiten, um das zu finden, was man sucht. Die meisten FTP-Clients machen das Navigieren auf dem fremden Rechner allerdings so einfach wie auf dem eigenen.
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