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Digitale Signatur

In Kürze
Digitale Signatur ist ein Sammelbegriff für verschiedene Verfahren, die die Verlässlichkeit von computervermittelten Formen der Kommunikation und Transaktion sicherstellen sollen.

Synonyme und Abkürzungen
Elektronische Signatur

Ähnliche Begriffe
Verschlüsselung, PGP, Zertifikat, E-Commerce, Biometrie, Kryptographie

Überblick
Die indirekte Kommunikation über digitalisierte Medien birgt besondere Risiken. Durch die Verwendung von digitalen Signaturen soll sichergestellt werden, dass Nachrichten authentisch, unverfälscht und einem bestimmten Absender eindeutig zurechenbar sind. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Handel über das Internet (E-Commerce) funktionieren kann. Meist werden für das Erstellen von digitalen Sigaturen Erkenntnisse aus der Kryptographie eingesetzt.



 

   

 

Abbildung 1: Grafische Darstellung des elektronischen Schlüssels

 



Detail
Das Problem
Schon die Kommunikation unter Anwesenden und die handschriftliche Kommunikation sind nicht vor Betrugsversuchen sicher. Information, die in digitalisierter Form vorliegt, kann allerdings noch wesentlich leichter manipuliert werden, ohne dass man den veränderten Bits dies ansehen könnte. Durch den Einsatz von digitalen Signaturen (DS) versucht man, die computervermittelte Kommunikation vor diesen Gefahren zu schützen.

Technische Möglichkeiten
Digitale Signaturen können auf verschiedene Weisen verwendet werden, etwa durch den Einsatz von symmetrischer Verschlüsselung oder durch die Verwendung biometrischer Verfahren, bei denen die zu übermittelnden Daten durch zusätzliche Daten ergänzt werden, die man aus nicht veränderbaren, biologischen Eigenschaften der Kommunikationspartner gewonnen hat. In der Praxis sind aber von besonderer Bedeutung Verfahren der asymmetrischen oder Public-Key-Verschlüsselung, wie sie etwa in dem bekannten Programm Pretty Good Privacy (PGP) angewandt werden. Solche Verfahren sind, wenn sie sachgerecht implementiert werden, kryptographisch gesehen im Prinzip verlässlich. Ein Problem für die Zurechenbarkeit besteht aber in der Wahrung der Integrität der Schlüssel: einer der Kommunikationspartner könnte etwa absichtlich seinen privaten Schlüssel kompromittieren, um dann zu behaupten, er habe eine fragliche Nachricht nicht verfasst. Hier lassen sich die Möglichkeiten des Missbrauchs durch Zeitstempel oder die Beschränkung des Zugangs zum eigenen privaten Schlüssel durch eine neutrale dritte Partei begrenzen.
Eine solche neutrale Instanz (oder Zertifikationsbehörde) kann auch beim Problem der Authentifikation der öffentlichen Schlüssel helfen. (Woher weiss ich, dass der öffentliche Schlüssel, den ich über das Internet erhalte, tatsächlich meinem Kommunikationspartner gehört?) Diese Zertifikationsbehörde müsste natürlich ihrerseits wieder einbruchssicher und vertrauenswürdig sein, was man nicht als selbstverständlich unterstellen darf. Daher wird als Alternative zu einer solchen zentralen Instanz ein dezentrales "web of trust" diskutiert, in dem sich Benutzer, die einander kennen, wechselseitig ihre öffentlichen Schlüssel zertifizieren.

Rechtliche Situation
Neben der technischen Verlässlichkeit ist die rechtliche Verbindlichkeit digitaler Signaturen entscheidend für den erfolgreichen Einsatz im E-Commerce. Hier ist die Situation allerdings noch im Fluss. In Deutschland wurden erste Rahmenbedingungen 1997 im Gesetz zur digitalen Signatur (SigG) verabschiedet und inzwischen verschiedentlich modifiziert. Auch EU-weit sind im Jahr 2000 erste Richtlinien in Kraft getreten und die Mitgliedstaaten sind gerade dabei diese auf nationaler Ebene zu implementieren (Stand 7/2001).



Weiterführende Links
Diverse Gesetzestexte aus Deutschland und der EU (Deutsch):
www.netlaw.de

Eines der besten Bücher von einem der besten Experten zum Thema. Teilweise technisch, aber gut geschrieben. Für die Lektüre gibt es 3 Geek-Punkte:
Bruce Schneier: Angewandte Kryptographie. Protokolle, Algorithmen und Sourcecode in C, Bonn 1996: Addison-Wesley



Fragen und Antworten
Sind Transaktionen über das Internet derzeit sicher ?
Das variiert stark. Es gibt immer noch erschreckend viele Unternehmen, die bei Bestellungen Ihre Kreditkartendaten unverschlüsselt durchs Internet schicken, bzw. die ihre Kundendateien frei zugänglich ins Netz stellen. Generell ist Vorsicht angesagt.
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