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Datenkompression
In Kürze
Verfahren, um den Speicherverbrauch von digitalen Daten (Bilder, Filme, Musik
oder Texte) zu verringern.
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Synonyme und Abkürzungen
Kompression,
Komprimierung,
Data compression
Ähnliche Begriffe
mp3,
MPEG,
JPEG,
zip,
Codec
Überblick
Unter Datenkompression fasst man verschiedene Rechenverfahren zusammen, die den
Speicherverbrauch von Digitaldaten verringern. Die bekanntesten Beispiele sind
mp3 zur Kompression von Musik und Zip für Archivierung von Textdateien und Computerprogrammen.
Kompressionsverfahren können danach unterschieden werden, ob sie die
Information exakt bewahren, d.h. die dekomprimierten Daten genau den Daten vor
der Kompression entsprechen (verlustfrei), oder ob sie Daten wegwerfen
(verlustbehaftet). Im Bereich Musik, Bilder und Video kommen überwiegend
verlustbehaftete Verfahren zum Einsatz, im Bereich Archivierung verlustfreie.
Detail
Datenkompressionsverfahren machen sich die Tatsache zunutze, dass in den
meisten Daten Widerholungen und ähnliche Strukturen mehrfach vorkommen
(Redundanz). Diese können durch eine Angabe, wie oft sich das bestimmte Muster
wiederholt, ersetzt werden, wodurch in der Regel Platz gespart werden kann.
Beim Dekomprimieren der Daten wird das Muster entsprechend häufig verdoppelt
und in die entpackte Datei eingesetzt. Dieses Grundprinzip kann durch
ausgefeilte mathematische Modelle, die auch ähnliche Muster erkennen, noch
verfeinert werden.
Solche Datenkompressionsverfahren werden in gängigen Programmen wie Winzip
eingesetzt, um Word-Dokumente u.ä. als Anhänge für Emails zu verkleinern, sie können in Festplattentreibern
eingesetzt werden, wodurch sich die Kapazität einer Platte vergrössert, in Modems um eine höhere Datenrate zu erzielen. Auch in der
elektronischen Verschlüsselung von Dokumenten werden sie benutzt. Angriffe auf
ein Verschlüsselungsverfahren können sich die Tatsache zu Nutze machen, dass
die Häufigkeiten der Buchstaben in geschriebenen Texten nicht gleich sind. Ein
"e" kommt deutlich häufiger vor als z.B. ein "z". Diese Häufigkeitsmuster
können durch Kompression beseitigt werden.
Neben diesen, auch als verlustfrei bezeichneten, Kompressionsverfahren gibt es
weitere, die die Ursprungsdaten nach Kompression und Dekompression nicht
vollständig wiederherstellen können. Diese sind für die Archivierung von
Programmen und Textdateien unbrauchbar, können aber für Musik, Bilder und Video
verwendet werden. Sie basieren darauf, dass das menschliche Sehsystem sehr
feine Nuancen in einem bunten Bild nicht unterscheiden kann und das Gehör sehr
leise Frequenzanteile, die direkt vor oder nach sehr lauten anderen auftreten,
nicht hört (aus den gleichen Gründen kann man auf einer lauten Strasse
Geflüster nicht verstehen). Darauf aufbauend werden sog. psychoakustische
Modelle aufgestellt, die eine Unterscheidung von relevanten und unwichtigen
Daten erlauben.
Zusätzlich werden noch Mechanismen, wie sie für verlustfreie Datenkompression
beschrieben wurden, verwendet. Dadurch können verlustbehaftete
Komprimierungsverfahren Daten deutlich stärker komprimieren als verlustfreie
(typischerweise 1:10 gegenüber 1:2 bei verlustfreien). Aus dieser Kategorie
stammen Verfahren wie mp3, die MPEG-Codierung für Video sowie die JPEG-Codierung für Photos. Auch GSM-Handys verwenden ein
Verfahren aus dieser Gruppe für die Übertragung der Telefonate. Bei diesen
Verfahren kann die Kopressionsrate meist verändert werden - zunächst werden nur
Daten weggelassen, die die subjektiv wahrgenommene Qualität nicht beeinflussen,
bei stärkerer Kompression zunehmend auch wahrnehmbare Anteile, wodurch die
Qualität der komprimierten Daten sinkt.
Die Programme, die für den Kompressions- und Dekompressionsvorgang
verantwortlich sind werden auch als Codecs (engl. Kunstwort aus coder/decoder)
bezeichnet.
Weiterführende Links
http://www.ddj.com/topics/compression/
Webforum zum Thema. Englisch, teilweise recht technisch.
Fragen und Antworten
Gibt es Daten, die sich nicht komprimieren lassen?
Ja, rein zufällige Daten haben keine regelmässigen Muster, wie sie für eine
verlustfreie Kompression Voraussetzung sind. Eventuell lassen sie sich durch
eine verlustbehaftete Komprimierung verkleinern.
Auch bereits komprimierte Daten lassen sich verlustfrei nicht weiter
komprimieren.
Gibt es eine Untergrenze, wieweit sich Daten komprimieren lassen?
Für verlustfreie Komprimierung gibt es eine Untergrenze, die mit modernen
Komprimierungsprogrammen erreicht wird, eine doppelte Komprimierung hat in der
Regel keinen Sinn.
Bei verlustbehafteter Kompression ist die Untergrenze variabel - bei zu hohen
Kompressionsraten wird die Qualität jedoch sehr schlecht.
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