Viele Betriebssysteme (Windows, MacOS) "erkennen" Dateiformate an den Endungen
der Dateien, wobei der Name einer Datei sich aus dem eigentlichen Dateinamen
und einer Endung ("Erweiterung", "Extension") zusammensetzt, beispielsweise
"index.html" oder "rechnung203.rtf".
Manche Dateiendungen zeigen ein ausführbares Programm an, z.B.:
- exe (executable)
- com (command file)
Dateien mit diesen Endungen werden direkt gestartet, wenn das passende
Betriebssystem (z.B. Windows) vorhanden ist.
Andere Dateiendungen sind bestimmten Programmen zugeordnet. Dabei wird über
eine interne Liste eine bestimmte Dateiendung mit einem bestimmten Dateiformat
gleichgesetzt und beim Aufruf der Datei das verknüpfte Programm gestartet.
Typische Verknüpfungen sind:
- pdf (Portable Document File) - Programm: Adobe Acrobat
- htm/html (Hypertext Markup Language) - Browser, z.B. Internet Explorer, Netscape
- doc (Document) - Textverarbeitung Microsoft Word
- ram (Real Audio Metafile) - Real Player
- zip (Zipdatei) - Pack-Programm ZIP (z.B. Winzip)
- vbs/vba/vb (Visual Basic Skript unter Windows)
Während unter Windows jeder Dateityp nur mit einem Programm verknüpft werden
kann, speichert MacOS mit der Datei und dem Dateityp auch das Programm, mit dem
eine Datei erstellt wurde ("Creator"). Die Datei wird in Folge mit diesem
Programm geöffnet. Dies kann dazu führen, dass z.B. JPEG-Dateien mit
verschiedenen Bildbearbeitungsprogrammen geöffnet werden.
Unix und Linux lassen auch Dateinamen ohne Endung zu. So entspricht das
Programm "Telnet" unter Unix dem "telnet.exe" unter Windows. Unix
untersucht den Anfang der Datei ("Header") und ordnet dann die Datei einem
bestimmten Dateiformat zu. Es gibt allerdings auch unter Unix typische
vorbelegte Dateiendungen, z.B. ps für Postscript, gz für gezippte
Dateien und c für Quellcode von C-Programmen. Die Verknüpfung von
Dateiformaten mit Programmen erfolgt unter Linux z.B. über den
kde-Windows-Manager.
Im Internet geschieht die Zuordnung über den MIME-Typ. Auch
dort wird eine Erweiterung einem bestimmten Programm zugeordnet, das dann aus
dem Browser heraus gestartet wird. MIME-Typen werden in Obergruppen sortiert,
wie:
- application für ausführbare Dateien (z.B. Flash, Excel)
- image für Bilder
- audio für Sound
- video für Video
- message für E-Mail
- text für reinen Text
Eine typische MIME-Zuordnung sieht folgendermassen aus:
MIME-Typ image/jpeg
Erweiterung JPEG JPG JPE PJP
Anwendung: Browser
Dateiformate umwandeln
Das Speichern einer Datei in einem anderen Dateiformat nennt man Export. Das
Öffnen einer Datei mit einem Programm, das das Format dieser Datei
normalerweise nicht lesen kann, nennt man Import. Bei beiden Vorgängen kommen
spezielle "Filter" zum Einsatz.
Das Umwandeln eines Dateiinhaltes von einem Dateiformat in ein anderes läuft
unter dem Begriff "Konvertierung". Notwendig wird dies meist dann, wenn mehrere
Benutzer mit unterschiedlichen Betriebssystemen oder Programmen auf dieselben
Daten zugreifen wollen. So wird z.B. das RTF-Format häufig für den
Textaustausch zwischen Windows- und Macintosh-Rechnern genutzt.
Bei Export, Import und Konvertierung kommt es aufgrund unterschiedlicher
Möglichkeiten der einzelnen Programme oft zu Verlusten an Inhalt, Funktionen
oder Formatierungen. Dies ist oft beabsichtigt, z.B. um:
- kleinere Dateigrössen für den Versand im Internet zu generieren (jpeg oder
gif statt tiff)
- Dateiformate für den Austausch zwischen verschiedenen Betriebssystemen zu
erhalten (rtf oder txt statt doc, csv statt xls)
- Dateiinhalte gegen Verändern zu schützen (pdf statt doc oder rtf)