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Chat
In Kürze
Chat (Plauderei) ist die schriftliche Live-Diskussion von Teilnehmern über
Tastatur und Bildschirm. Man benötigt dazu entweder geeignete (meist
kostenlose) Programme, oder eine Website, die Zugang zu einem Chat bietet.
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Ähnliche Begriffe
Chat-Room,
Community,
IRC,
Kanal,
Nickname,
Nick,
Alias,
Webchat
Überblick
Im Internet "chattet" man live. Der Chat findet dabei über die Tastatur statt.
Daher genügt ein langsames Modem, denn die übertragenen Datenmengen sind sehr
gering. Für die gesamte Zeit des Chats muss die Netzverbindung aber
aufrechterhalten werden. Benutzer mit Flatrate sind hier eindeutig im Vorteil.
Web-Chats, für die man lediglich den Browser benötigt, sind leicht zu bedienen, bieten aber
wenig bis gar keinen Komfort. Will man sich nicht nur per Web-Chat unterhalten,
so benötigt man ein Chat-Programm (Chat-Client). Viele der meist kostenlos
erhältlichen Programme bieten dafür auch Sprach- und Bildübertragung.
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Abbildung 1: Darstellung eines Chatfensters auf mehreren
Computerbildschirmen
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Detail
Zahlreiche Firmen oder Communities bieten auf ihren Websites Chats, für die man
keine spezielle Software benötigt. Doch sind sie meist auf den Benutzerkreis
derer beschränkt, die gerade diese Website besuchen.
Der Chat selbst ist vergleichbar mit dem Amateurfunk. Man wählt sich einen
Nickname (Rufname, Spitzname), dann wählt man einen Chatroom (oft auch Channel,
Kanal), dessen Name und Kurzbeschreibung interessant klingt. Man sieht die
Liste aller Anwesenden im Chatroom, sowie sämtliche Meldungen, die von allen
Anwesenden geschrieben werden. Grundsätzlich gelangt alles an alle, man kann
aber auch einen Teilnehmer zum separaten Gespräch bitten.
Seit einigen Jahren bieten etliche Programme die Möglichkeit, auch Sprache oder
Videostreams zu übertragen, das ist bei grossen Distanzen allerdings mit
häufigen Aussetzern verbunden.
Den Ursprung hat der Chat im "IRC" (Internet Relay Chat, engl. "Chat übers Internet"),
einer Erfindung von Jarkko Oikarinen aus dem Jahre 1988.
Ähnlich dem Chat ist die Internet-Telefonie, bei der ebenfalls dedizierte
Software nötig ist, die auch meist gratis ist. Die Kommunikation bleibt privat
zwischen den Teilnehmern, ähnlich dem herkömmlichen Telefonieren, es fallen
dafür keine Gesprächsgebühren an. Auch Modembesitzer fahren mit Online-Tarif
damit günstiger als beim herkömmlichen Telefon. Dafür ist hier oft auch
Bildübertragung und das gleichzeitige Bearbeiten von Dateien möglich.
Ähnliche Services bieten "Messenger", die zur privaten Kommunikation dienen. Es
sind kleine Programme, die im Hintergrund laufen und anzeigen, sobald
persönliche Freunde online sind. Mit ihnen kann man per Tastatur, Mikrofon oder
Video chatten. Der bekannteste Vertreter ist ICQ (I seek you).
Ein weiteres chatähnliches Medium sind MUDs (Multi User Dungeons, engl.
"Mehrspieler-Abenteuer"). Dabei handelt es sich ebenfalls um textbasierte
Chatrooms, in denen man allerdings nicht nur einen Namen trägt, sondern
tatsächlich als Fantasie-Charakter (Avatar) eine Rolle trägt und zwischen den
virtuellen Räumen umherlaufen kann. Vorläufer der heutigen Rollenspiele mit
hohem Suchtcharakter, in Insiderkreisen seit den frühen 80ern beliebt.
Ein paar Tipps zum Verhalten in Chats:
- Verlassen Sie sich nicht auf Ihren ersten Eindruck; er täuscht in der
Regel. Auch wenn die Konversation auf den ersten Blick oberflächlich und
inhaltslos wirkt, sind doch in den meisten Chats interessante und witzige
Gesprächspartner zu finden. Oft spielt sich das eigentliche Geschehen auch in
den privaten Gesprächen ab, die für andere nicht einsehbar sind.
- Benehmen Sie sich so, wie Sie sich auch im richtigen Leben benehmen würden,
wenn Sie eine Gruppe neuer Menschen kennenlernen. Denken Sie daran, dass Sie
nicht wirklich anonym sind und dass auf der anderen Seite Menschen sitzen.
- In jedem Chat gibt es andere, geschriebene oder ungeschriebene
Verhaltensregeln. Beobachten Sie eine Weile und passen sich den herrschenden
Gebräuchen an. Wenn sie Ihnen nicht zusagen, gibt es genügend andere Chats, in
denen Sie sich vielleicht wohler fühlen werden.
- Chats können hochgradig suchterzeugend sein - nicht nur für 16jährige,
sondern vermutlich auch für Sie. Machen Sie sich nicht zu grosse Sorgen, wenn
Ihnen das neuentdeckte Kommunikationsmedium für ein paar Wochen den Schlaf
raubt - das geht vorbei. Aber beobachten Sie Ihre Chatgewohnheiten und
versuchen Sie, Ihre Onlinezeit zu beschränken, wenn Sie langfristig andere
Aufgaben wegen des Chattens vernachlässigen.
- Versuchen Sie, den richtigen Mittelweg zwischen Vertrauen und Misstrauen in
Ihre Mit-Chatter zu finden. Chatter sind nicht besser und nicht schlechter als
andere Menschen - die meisten wollen Ihnen nichts Böses, aber einige können
Ihnen durchaus Schaden zufügen, ob virtuell oder real. Geben Sie nicht
leichtfertig persönliche Daten preis, nur weil Sie danach gefragt werden.
Treffen Sie sich nicht schon nach ein paarmal Chatten und einem Telefonat
allein mit Wildfremden. Es kann sehr lohnend sein, seine Mitchatter
kennenzulernen, aber wählen Sie dazu erst mal ein Chattertreffen oder ein CafÚ.
Auch wenn man beim Chatten seine Gesprächspartner sehr schnell sehr gut
kennenlernt, gibt es immer noch vieles, was Sie nicht über sie wissen. Schalten
Sie den gesunden Menschenverstand nicht ab.
Weiterführende Links
IRC:
Allgemeine Einführung und Links (Deutsch):
http://irc.pages.de/
mIRC, das populärste IRC-Programm, viele nützliche Tipps (Deutsch):
http://www.mirc.de
Web-Chat:
Viele Chatter, viele Links in alle Welt (Deutsch):
http://www.webchat.de/
Beliebter Chat in Österreich, nicht nur unter Jugendlichen:
http://chat.orf.at/
Messenger:
Der bekannteste Vertreter, kostenlos (Englisch):
http://web.icq.com/
Ähnlich populärer Service (Deutsch):
http://de.messenger.yahoo.com/
Multi-User-Rollenspiele:
Übersicht über die deutschsprachigen MUDs:
http://www.mud.de/
Fragen und Antworten
Wie komme ich in einen Chat?
Entweder über eine Website, die kostenlosen Chat anbietet, oder mit einem
Programm, das von grossen Softwaresammlungen im Internet zu bekommen ist, z.B
von www.tucows.de (englisch, aber renommiert
und sehr umfangreich)
Ich habe einen Nickname - bin ich auch anonym?
Ja und nein. Jeder Benutzer kann relativ einfach ermittelt werden, da seine
IP-Adresse mit übertragen wird - die technische Adresse, anhand derer jeder
Computer im Internet identifiziert wird. Ausserdem speichern Provider und
Telefongesellschaften die Verbindungsdaten. Im Internet ist daher niemand
wirklich "anonym".
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