Benutzerrechte und Betriebssysteme
Nicht jedes Betriebssystem unterstützt eine Benutzerverwaltung mit
unterschiedlichen Rechten für die Benutzer. Besonders die bekanntesten
Betriebssysteme für Privatanwender wie Win95, WinME und Win98 und früher DOS
beherrschen keine Benutzerverwaltung. Man erkennt dies z.B. an folgenden
Eigenschaften:
- Es ist kein Anmelden mit Benutzername und Kennwort nötig, wenn der Rechner
hochgefahren wird.
- Jeder Benutzer hat denselben Startbildschirm.
- Jeder Benutzer kann alle Daten und Programme auf dem Rechner lesen,
schreiben, ausführen und löschen.
- Jeder Benutzer kann neue Software installieren.
- Jeder Benutzer kann die angeschlossenen Drucker benutzen.
Das Problem daran ist, dass jeder Benutzer alle Rechte hat und im schlimmsten
Fall den Computer unbrauchbar machen kann, so dass eine Neuinstallation des
Betriebssystems notwendig wird. Damit ist das System sehr empfindlich gegen
unerfahrene Benutzer. Und da die privaten Daten auf so einem Rechner ebenfalls
nicht geschützt sind, haben sich solche Betriebssysteme nur auf Heimrechnern
mit dem geschlossenen Benutzerkreis "Familie" etabliert.
Demgegenüber besitzen alle Betriebssysteme, die in Firmen und für wichtige
Anwendungen eingesetzt werden, eine Benutzerverwaltung, z.B. WinNT, Win2000,
MacOS, UNIX, Linux. Betriebssysteme mit Benutzerverwaltung erkennt man daran,
dass man sich mit Benutzername und Kennwort anmelden muss.
Der Benutzer mit den umfassendsten Rechten wird "Systemadministrator",
"Systemverwalter", "Admin" oder unter Unix auch "root" genannt. Er wird bei der
ersten Systeminstallation eingerichtet und legt alle weiteren Benutzer an. Die
Benutzer erhalten dann vom Admin Rechte zugewiesen, z.B. volles Recht für das
Bearbeiten und Ausführen von Programmen im eigenen Benutzerverzeichnis
("Home-Verzeichnis"), aber keine Rechte am Bereich eines anderen Benutzers -
nicht einmal Leserecht.
Es können auch Benutzergruppen definiert werden, denen dann die einzelnen
Benutzer zugewiesen werden. Das hat den Vorteil, dass ein Benutzer einfach
einer passenden Benutzergruppe zugewiesen wird, statt dass für jeden Benutzer
die Rechte extra vergeben werden.
Typische Vorteile von Benutzerrechten/-gruppen sind:
- Dem einzelnen Benutzer können definierte Zugriffsrechte auf Verzeichnisse,
Netzwerklaufwerke oder auch Drucker gewährt werden.
- Jeder Benutzer kann sein eigenes Profil anlegen (Bildschirmfarbe,
Symbolanordnung ...) oder es kann vom Administrator ein Profil vorgegeben
werden.
- Ein einfacher Benutzer kann ggf. keine Programme installieren oder
bestimmte Einstellungen nicht vornehmen. Dies betrifft auch Plug-Ins aus dem Internet (Flash, Quicktime ...).
- Die Arbeitszeiten eines Benutzers können leichter festgehalten werden.
- Unbefugte Benutzer können keinen Schaden am System verursachen.
- Viren können primär nur im Bereich des angemeldeten Benutzers Schaden
anrichten.
- Auch einzelne Dienste und Programme können virtuelle Benutzerrechte
bekommen.
Für kleine geschlossene Anwendergruppen sind diese Vorteile nicht so wichtig.
Dort macht sich dann als Nachteil bemerkbar, dass jede Änderung im System
relativ aufwändig ist - so wäre z.B. dem normalen Benutzer nicht erlaubt,
Plugins wie Flash zu installieren. Insgesamt allerdings schafft ein
Betriebssystem mit Benutzerverwaltung ein stabileres und sichereres System und
ist deshalb für Rechner mit wichtigen Daten unbedingt empfehlenswert.
Benutzerrechte und Software
Neben den Benutzerrechten in Betriebssystemen bieten auch manche Programme eine
Benutzerverwaltung, z.B. Content Management Systeme, mit denen grosse Websites wie
www.spiegel.de gestaltet werden. Dort gibt es dann z.B. eine Benutzergruppe
Redakteur, die Texte eingeben darf, eine Benutzergruppe Editor, die die Texte
aller Redakteure bearbeiten darf, und eine Benutzergruppe Chefredakteur, die
die Texte am Ende freigibt.
Auch die meisten Datenbanken haben eine Benutzerverwaltung, in der Zugriffs-
Schreib- und Leserechte verwaltet werden.
Benutzerrechte und Internet
Im Internet sind Benutzerrechte oft an eine Zahlung gekoppelt - so ist z.B. der
Informationsbereich einer Seite kostenfrei, die Datenbankabfragen hingegen
benötigen eine Benutzerkennung, und für weiterführende Informationen braucht
man dann die kostenpflichtige Mitgliedschaft.