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Benutzerrechte

In Kürze
Benutzerrechte legen fest, was ein Benutzer an welchen Stellen in einem System (Rechner, Netz, Software) tun darf.

Synonyme und Abkürzungen
Zugriffsrechte, ACL (Access Control Lists)

Ähnliche Begriffe
Benutzerverwaltung, Benutzer, Superuser, Root, Admin(istrator), Systemverwalter

Überblick
Benutzerrechte im Computerkontext sind analog den Zugangsrechten von Personen in Firmenanlagen - so wie nicht jeder Besucher sicherheitskritische Bereiche oder überhaupt das Firmengelände betreten darf, so sind auch in vielen Computersystemen und Programmen geschützte Bereiche eingerichtet, die nicht jeder Benutzer "betreten" darf. Über die Benutzerrechte können Verzeichnisse, Programme und auch Peripheriegeräte wie Drucker und Netzlaufwerke gesperrt werden.

Durch die kontrollierte Vergabe von bestimmten Rechten an die einzelnen Benutzer soll das System gegen Missbrauch und Beschädigung geschützt werden. Aufgrund des höheren Entwicklungs- und Verwaltungsaufwandes sind Systeme mit Benutzerrechten vornehmlich in Firmen und grösseren Organisationen zu finden.



 

   

 

Abbildung 1: Assistent für Mehrbenutzereinstellungen

 



Detail

Benutzerrechte und Betriebssysteme

Nicht jedes Betriebssystem unterstützt eine Benutzerverwaltung mit unterschiedlichen Rechten für die Benutzer. Besonders die bekanntesten Betriebssysteme für Privatanwender wie Win95, WinME und Win98 und früher DOS beherrschen keine Benutzerverwaltung. Man erkennt dies z.B. an folgenden Eigenschaften:

  • Es ist kein Anmelden mit Benutzername und Kennwort nötig, wenn der Rechner hochgefahren wird.
  • Jeder Benutzer hat denselben Startbildschirm.
  • Jeder Benutzer kann alle Daten und Programme auf dem Rechner lesen, schreiben, ausführen und löschen.
  • Jeder Benutzer kann neue Software installieren.
  • Jeder Benutzer kann die angeschlossenen Drucker benutzen.

Das Problem daran ist, dass jeder Benutzer alle Rechte hat und im schlimmsten Fall den Computer unbrauchbar machen kann, so dass eine Neuinstallation des Betriebssystems notwendig wird. Damit ist das System sehr empfindlich gegen unerfahrene Benutzer. Und da die privaten Daten auf so einem Rechner ebenfalls nicht geschützt sind, haben sich solche Betriebssysteme nur auf Heimrechnern mit dem geschlossenen Benutzerkreis "Familie" etabliert.

Demgegenüber besitzen alle Betriebssysteme, die in Firmen und für wichtige Anwendungen eingesetzt werden, eine Benutzerverwaltung, z.B. WinNT, Win2000, MacOS, UNIX, Linux. Betriebssysteme mit Benutzerverwaltung erkennt man daran, dass man sich mit Benutzername und Kennwort anmelden muss.

Der Benutzer mit den umfassendsten Rechten wird "Systemadministrator", "Systemverwalter", "Admin" oder unter Unix auch "root" genannt. Er wird bei der ersten Systeminstallation eingerichtet und legt alle weiteren Benutzer an. Die Benutzer erhalten dann vom Admin Rechte zugewiesen, z.B. volles Recht für das Bearbeiten und Ausführen von Programmen im eigenen Benutzerverzeichnis ("Home-Verzeichnis"), aber keine Rechte am Bereich eines anderen Benutzers - nicht einmal Leserecht.

Es können auch Benutzergruppen definiert werden, denen dann die einzelnen Benutzer zugewiesen werden. Das hat den Vorteil, dass ein Benutzer einfach einer passenden Benutzergruppe zugewiesen wird, statt dass für jeden Benutzer die Rechte extra vergeben werden.

Typische Vorteile von Benutzerrechten/-gruppen sind:

  • Dem einzelnen Benutzer können definierte Zugriffsrechte auf Verzeichnisse, Netzwerklaufwerke oder auch Drucker gewährt werden.
  • Jeder Benutzer kann sein eigenes Profil anlegen (Bildschirmfarbe, Symbolanordnung ...) oder es kann vom Administrator ein Profil vorgegeben werden.
  • Ein einfacher Benutzer kann ggf. keine Programme installieren oder bestimmte Einstellungen nicht vornehmen. Dies betrifft auch Plug-Ins aus dem Internet (Flash, Quicktime ...).
  • Die Arbeitszeiten eines Benutzers können leichter festgehalten werden.
  • Unbefugte Benutzer können keinen Schaden am System verursachen.
  • Viren können primär nur im Bereich des angemeldeten Benutzers Schaden anrichten.
  • Auch einzelne Dienste und Programme können virtuelle Benutzerrechte bekommen.

Für kleine geschlossene Anwendergruppen sind diese Vorteile nicht so wichtig. Dort macht sich dann als Nachteil bemerkbar, dass jede Änderung im System relativ aufwändig ist - so wäre z.B. dem normalen Benutzer nicht erlaubt, Plugins wie Flash zu installieren. Insgesamt allerdings schafft ein Betriebssystem mit Benutzerverwaltung ein stabileres und sichereres System und ist deshalb für Rechner mit wichtigen Daten unbedingt empfehlenswert.

Benutzerrechte und Software

Neben den Benutzerrechten in Betriebssystemen bieten auch manche Programme eine Benutzerverwaltung, z.B. Content Management Systeme, mit denen grosse Websites wie www.spiegel.de gestaltet werden. Dort gibt es dann z.B. eine Benutzergruppe Redakteur, die Texte eingeben darf, eine Benutzergruppe Editor, die die Texte aller Redakteure bearbeiten darf, und eine Benutzergruppe Chefredakteur, die die Texte am Ende freigibt.

Auch die meisten Datenbanken haben eine Benutzerverwaltung, in der Zugriffs- Schreib- und Leserechte verwaltet werden.

Benutzerrechte und Internet

Im Internet sind Benutzerrechte oft an eine Zahlung gekoppelt - so ist z.B. der Informationsbereich einer Seite kostenfrei, die Datenbankabfragen hingegen benötigen eine Benutzerkennung, und für weiterführende Informationen braucht man dann die kostenpflichtige Mitgliedschaft.



Weiterführende Links
Benutzerrechte unter WindowsNT (Deutsch):
www.rewi.hu-berlin.de/Datenschutz/DSB/SH/somak/somak98/sa98nt.htm
www.bsi.de/gshb/deutsch/m/m2091.htm

Domänenmodell von Windows (Deutsch):
www.uni-trier.de/urt/user/schuh/winnt/kap_03/kap_03.html

Benutzer(rechte) unter Unix (Deutsch):
eva-marbach.net/handbuch/u-chmod.htm
www.pl-berichte.de/work/newbie/print/rechte.html



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