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Backup

In Kürze
Im Computerkontext ist ein Backup das Durchführen einer Datensicherung oder das Ergebnis einer Datensicherung.

Synonyme und Abkürzungen
Sicherheitskopie, Datensicherung

Ähnliche Begriffe
RAID (Redundant Array of Independent Disks = Redundantes Festplattenarray)

Überblick
Ein Backup ist die Sicherung eines Datenbestandes auf ein externes Medium, von dem aus bei Datenverlust oder -zerstörung die Datenbestände widerhergestellt werden können. Im einfachsten Fall ist es eine Sicherheitskopie. Das Gegenstück zum Backup ist das Zurückschreiben (Restore).



 

   

 

Abbildung 1: verschiedene Backup-Medien

 



Detail
Daten können aus vielerlei Gründen verloren gehen, z.B.
  • Benutzerfehler wie unbeabsichtigte Löschung von Dateien
  • Softwarefehler oder Probleme nach der Installation von neuer Software
  • Hardwarefehler, z.B. mechanische Beschädigungen der Festplatte
  • Virus- oder Trojanerbefall
  • Diebstahl und Vandalismus (besonders Notebooks)
  • Unfall oder Katastrophe (Stromausfall, Feuer, Überschwemmung)

Daher ist es auch für Privatanwender wichtig, Datensicherungen zu erstellen. Die einfachste Variante dazu ist eine Kopie der Daten auf ein Backup-Medium wie eine Diskette oder CD. Als "Image" wird eine vollständige Kopie der Festplatte mit allen Systemdateien bezeichnet, die beim Zurückspielen auf eine neue Festplatte ein lauffähiges System ergibt.

Für komplette Verzeichnisse und grössere Datenmengen werden Backup-Programme angeboten, die z.B. folgende Funktionen enthalten:

  • Oberfläche für einfaches Verwalten
  • "Desaster Recovery"-Möglichkeit zum Erzeugen eines Festplatten-Image
  • Zeitgesteuertes Sichern
  • Sichern von lokalen Festplatten und Netzwerklaufwerken
  • Sichern von Rechnern mit verschiedenen Betriebssystemen (heterogene Umgebung)
  • Zurückschreiben (Restore) einzelner Dateien
  • Management verschiedener Laufwerke und Laufwerkstypen
Die Speicherung der Daten erfolgt bei den meisten Backup-Programmen auf eine spezielle Weise, so dass die Daten von anderen Programmen nicht mehr zurückgelesen werden können. Bei der Wahl des richtigen Backup-Programms kommt es daher sehr auf den Einsatzfall an. Wichtig ist generell, dass Daten nicht nur leicht sicherbar, sondern auch leicht zurückspielbar sind, wenn der Ernstfall eintritt.

Backup-Medien

Als Backup-Medien werden die Datenträger bezeichnet, auf denen die gesicherten Daten abgelegt werden. Sie unterscheiden sich nach Kosten, Aufwand und Lebenszeit erheblich. Welches Backup-Medium man wählt, hängt daher immer von der Aufgabe ab, die es erfüllen soll.

CD-ROM wird von CD- Brennern aufgenommen. Aufgrund der grossen Datenmenge und der niedrigen Kosten haben sich CDs besonders im Privatbereich durchgesetzt. Für jedes Backup muss allerdings eine neue CD beschrieben werden. Wiederbeschreibbare CDs sind teurer und selten. Typischerweise hat eine CD eine Kapazität von 650 MB und eine (umstrittene) Lebensdauer von 5- 30 Jahren.

Diskette und ähnliche Medien werden von Diskettenlaufwerken oder speziellen Laufwerken (Zip, Jazz, Ditto) aufgenommen. War im Privatbereich gängig, wird aber aufgrund der grösseren Datenmenge und billigeren Medien inzwischen weitgehend durch CD-ROMs ersetzt, die allerdings nicht wiederbeschreibbar sind. Heutige 3 1/4 -Zoll-Disketten haben 1.44 MB Speicherkapazität, Zip-Disketten 100 oder 250 MB. Die Lebensdauer von Disketten liegt bei ca. 10 Jahren bei sachgemässer Lagerung und sinkt bei häufiger Benutzung auf ca. 5 Jahre.

Festplatte: Aufgrund der niedrigen Kosten für Festplatten können diese auch zur reinen Sicherung anderer Festplatten verwendet werden. Besonders Festplatten in einem Wechselrahmen ("Wechselplatten") sind dazu geeignet, da sie nach dem Backup herausgenommen und an einen sicheren Ort gebracht werden können. Festplatten besitzen inzwischen eine typische Kapazität von mehreren Gigabyte (GB).

Magneto-optische Medien sind im Vergleich zu Festplatten oder Disketten gegen Erschütterung und Staub unempfindlich. Auf den Medien können je nach Typ 650 MB bis 5 GB gespeichert werden. Die Lebensdauer wird mit 30-50 Jahren angegeben.

Magnetband (Tape) wird von Bandlaufwerken (Streamern) aufgenommen. Bandaufnahmen werden üblicherweise in der Industrie gemacht, da die notwendige Hardware recht teuer, dafür aber das Fassungsvolumen von Bändern mit bis zu 40 GB sehr hoch ist. Die Lebensdauer wird von den Herstellern mit 5-10 Jahren angegeben.

Fernbackup über das Internet: Dieses neue Angebot ermöglicht ein Backup von Daten auf einen entfernten Webserver eines Anbieters. Da sich solche Angebote noch in der Entwicklung befinden, sind Probleme wie Datenschutz und Übertragungsraten noch nicht vollständig geklärt.

Wie aus den Lebenszeiten der Medien ersichtlich, müssen wichtige Backups regelmässig auf neuen Medien abgespeichert werden. Wenn ausserdem, wie im deutschen Recht festgehalten, Unternehmer ihre geschäftlichen Unterlagen 30 Jahre lang aufbewahren müssen, empfiehlt sich immer noch das klassische Medium Papier.

Die Aufbewahrung von Backup-Medien wird entsprechend der Zugriffshäufigkeit- und wichtigkeit gewählt und kann vom Regal neben dem Rechner bis zum atomwaffensicheren Bunker in einer anderen Stadt alles umfassen. Auch für Privatleute ist es sinnvoll, zumindest eine Sicherheitskopie der wichtigesten Daten an einem anderen Ort aufzubewahren, so dass z.B. bei einem Wohnungsbrand nicht alles verloren geht.

Backup-Strategien

Um einen möglichst guten Schutz vor Datenverlusten zu erhalten, gibt es verschiedene Vorgehensweisen:

  • Vollsicherung: alle vorhandenen Daten einer Festplatte werden gesichert. Damit sind sicher alle Daten kopiert, der Zeitaufwand für die Sicherung ist jedoch hoch.
  • Differentialsicherung: es werden nur Dateien gesichert, die seit der letzten Vollsicherung bearbeitet oder neu erstellt wurden. Dazu muss mindestens eine Vollsicherung vorher gemacht werden, damit eine Vergleichsbasis existiert. Für ein Zurückspielen eines Backups werden die letzte Vollsicherung und die letzte Differentialsicherung benötigt.
  • Zuwachssicherung: es werden nur Dateien gesichert, die seit der letzten Zuwachssicherung bearbeitet oder neu erstellt wurden. Dazu muss mindestens eine Vollsicherung vorher gemacht werden, damit eine Vergleichsbasis existiert. Für ein Zurückspielen eines Backups werden die letzte Vollsicherung und alle in der Zwischenzeit aufgelaufenen Zuwachssicherungen benötigt.

Die beiden Teilsicherungsarten werden auch als "Inkrementelles Backup" bezeichnet.

Die Kombination aus Voll- und Teilsicherung heisst "Vater/Sohn-Strategie" und läuft in Firmen üblicherweise nach folgendem Schema ab: Die Vollsicherung erfolgt wöchentlich (z.B. Samstags); die Teilsicherung erfolgt täglich (z.B. um 3 Uhr morgens). Im Rotationsverfahren werden dabei immer die alten Sicherungen auf den Medien überschrieben. Bei der "Grossvater-Strategie" wird in einem festen Turnus die Vollsicherung nicht weiter überschrieben, sondern an einem sicheren Ort gelagert.

Für Privatanwender empfiehlt es sich dringend, Sicherungskopien zumindest der wichtigsten privaten Dateien (z.B. Textdokumenten) anzulegen.

Weiterführende Links
Warum Backups? (Deutsch):
www.heise.de/ct/99/11/138/
Zdnet-Artikel zum Thema Backup (Deutsch):
www.zdnet.de/produkte/artikel/sw/199912/backup01_00-wc.html
Backup-Überlegungen eines Rechenzentrums (Deutsch):
www.lrz-muenchen.de/services/schulung/unterlagen/archiv-backup/
Übersicht optische Medien (Deutsch):
www.karbosguide.com/de/modulg4c1.htm


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