Daten können aus vielerlei Gründen verloren gehen, z.B.
- Benutzerfehler wie unbeabsichtigte Löschung von Dateien
- Softwarefehler oder Probleme nach der Installation von
neuer Software
- Hardwarefehler, z.B. mechanische Beschädigungen der
Festplatte
- Virus- oder Trojanerbefall
- Diebstahl und Vandalismus (besonders Notebooks)
- Unfall oder Katastrophe (Stromausfall, Feuer, Überschwemmung)
Daher ist es auch für Privatanwender wichtig, Datensicherungen zu erstellen.
Die einfachste Variante dazu ist eine Kopie der Daten auf ein Backup-Medium wie
eine Diskette oder CD. Als "Image" wird eine vollständige Kopie der Festplatte
mit allen Systemdateien bezeichnet, die beim Zurückspielen auf eine neue
Festplatte ein lauffähiges System ergibt.
Für komplette Verzeichnisse und grössere Datenmengen werden Backup-Programme
angeboten, die z.B. folgende Funktionen enthalten:
- Oberfläche für einfaches Verwalten
- "Desaster Recovery"-Möglichkeit zum Erzeugen eines Festplatten-Image
- Zeitgesteuertes Sichern
- Sichern von lokalen Festplatten und Netzwerklaufwerken
- Sichern von Rechnern mit verschiedenen Betriebssystemen (heterogene
Umgebung)
- Zurückschreiben (Restore) einzelner Dateien
- Management verschiedener Laufwerke und Laufwerkstypen
Die Speicherung der Daten erfolgt bei den meisten Backup-Programmen auf eine
spezielle Weise, so dass die Daten von anderen Programmen nicht mehr
zurückgelesen werden können. Bei der Wahl des richtigen Backup-Programms kommt
es daher sehr auf den Einsatzfall an. Wichtig ist generell, dass Daten nicht
nur leicht sicherbar, sondern auch leicht zurückspielbar sind, wenn der
Ernstfall eintritt.
Backup-Medien
Als Backup-Medien werden die Datenträger bezeichnet, auf denen die gesicherten
Daten abgelegt werden. Sie unterscheiden sich nach Kosten, Aufwand und
Lebenszeit erheblich. Welches Backup-Medium man wählt, hängt daher immer von
der Aufgabe ab, die es erfüllen soll.
CD-ROM wird von CD- Brennern aufgenommen. Aufgrund der grossen
Datenmenge und der niedrigen Kosten haben sich CDs besonders im Privatbereich
durchgesetzt. Für jedes Backup muss allerdings eine neue CD beschrieben werden.
Wiederbeschreibbare CDs sind teurer und selten. Typischerweise hat eine CD eine
Kapazität von 650 MB und eine (umstrittene) Lebensdauer von 5- 30 Jahren.
Diskette und ähnliche Medien werden von Diskettenlaufwerken oder
speziellen Laufwerken (Zip, Jazz, Ditto) aufgenommen. War im Privatbereich
gängig, wird aber aufgrund der grösseren Datenmenge und billigeren Medien
inzwischen weitgehend durch CD-ROMs ersetzt, die allerdings nicht
wiederbeschreibbar sind. Heutige 3 1/4 -Zoll-Disketten haben 1.44 MB
Speicherkapazität, Zip-Disketten 100 oder 250 MB. Die Lebensdauer von Disketten
liegt bei ca. 10 Jahren bei sachgemässer Lagerung und sinkt bei häufiger
Benutzung auf ca. 5 Jahre.
Festplatte: Aufgrund der niedrigen Kosten für Festplatten können diese
auch zur reinen Sicherung anderer Festplatten verwendet werden. Besonders
Festplatten in einem Wechselrahmen ("Wechselplatten") sind dazu geeignet, da
sie nach dem Backup herausgenommen und an einen sicheren Ort gebracht werden
können. Festplatten besitzen inzwischen eine typische Kapazität von mehreren
Gigabyte (GB).
Magneto-optische Medien sind im Vergleich zu Festplatten oder Disketten
gegen Erschütterung und Staub unempfindlich. Auf den Medien können je nach Typ
650 MB bis 5 GB gespeichert werden. Die Lebensdauer wird mit 30-50 Jahren
angegeben.
Magnetband (Tape) wird von Bandlaufwerken (Streamern) aufgenommen.
Bandaufnahmen werden üblicherweise in der Industrie gemacht, da die notwendige
Hardware recht teuer, dafür aber das Fassungsvolumen von
Bändern mit bis zu 40 GB sehr hoch ist. Die Lebensdauer wird von den
Herstellern mit 5-10 Jahren angegeben.
Fernbackup über das Internet: Dieses neue Angebot ermöglicht ein Backup
von Daten auf einen entfernten Webserver eines Anbieters. Da sich solche
Angebote noch in der Entwicklung befinden, sind Probleme wie Datenschutz und
Übertragungsraten noch nicht vollständig geklärt.
Wie aus den Lebenszeiten der Medien ersichtlich, müssen wichtige Backups
regelmässig auf neuen Medien abgespeichert werden. Wenn ausserdem, wie im
deutschen Recht festgehalten, Unternehmer ihre geschäftlichen Unterlagen 30
Jahre lang aufbewahren müssen, empfiehlt sich immer noch das klassische Medium
Papier.
Die Aufbewahrung von Backup-Medien wird entsprechend der Zugriffshäufigkeit-
und wichtigkeit gewählt und kann vom Regal neben dem Rechner bis zum
atomwaffensicheren Bunker in einer anderen Stadt alles umfassen. Auch für
Privatleute ist es sinnvoll, zumindest eine Sicherheitskopie der wichtigesten
Daten an einem anderen Ort aufzubewahren, so dass z.B. bei einem Wohnungsbrand
nicht alles verloren geht.
Backup-Strategien
Um einen möglichst guten Schutz vor Datenverlusten zu erhalten, gibt es
verschiedene Vorgehensweisen:
- Vollsicherung: alle vorhandenen Daten einer Festplatte werden
gesichert. Damit sind sicher alle Daten kopiert, der Zeitaufwand für die
Sicherung ist jedoch hoch.
- Differentialsicherung: es werden nur Dateien gesichert, die seit der
letzten Vollsicherung bearbeitet oder neu erstellt wurden. Dazu muss mindestens
eine Vollsicherung vorher gemacht werden, damit eine Vergleichsbasis existiert.
Für ein Zurückspielen eines Backups werden die letzte Vollsicherung und die
letzte Differentialsicherung benötigt.
- Zuwachssicherung: es werden nur Dateien gesichert, die seit der
letzten Zuwachssicherung bearbeitet oder neu erstellt wurden. Dazu muss
mindestens eine Vollsicherung vorher gemacht werden, damit eine Vergleichsbasis
existiert. Für ein Zurückspielen eines Backups werden die letzte Vollsicherung
und alle in der Zwischenzeit aufgelaufenen Zuwachssicherungen benötigt.
Die beiden Teilsicherungsarten werden auch als "Inkrementelles Backup"
bezeichnet.
Die Kombination aus Voll- und Teilsicherung heisst "Vater/Sohn-Strategie" und
läuft in Firmen üblicherweise nach folgendem Schema ab:
Die Vollsicherung erfolgt wöchentlich (z.B. Samstags); die Teilsicherung
erfolgt täglich (z.B. um 3 Uhr morgens). Im Rotationsverfahren werden dabei
immer die alten Sicherungen auf den Medien überschrieben. Bei der
"Grossvater-Strategie" wird in einem festen Turnus die Vollsicherung nicht
weiter überschrieben, sondern an einem sicheren Ort gelagert.
Für Privatanwender empfiehlt es sich dringend, Sicherungskopien zumindest der
wichtigsten privaten Dateien (z.B. Textdokumenten) anzulegen.