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Backbone

In Kürze
Mit Backbone (engl. "Rückgrat") werden Hauptstränge eines Netzwerks (meist des Internet) bezeichnet, die kleinere Teilnetze verbinden.

Synonyme und Abkürzungen
Breitbandkabel, Hochgeschwindigkeitsverbindung

Ähnliche Begriffe
Internet, Netzwerk, Bandbreite, Internet Service Provider

Überblick
Ein Backbone (engl. "Rückgrat") ist eine zentrale, schnelle Verbindung im Internet, meist in Form eines Netzwerks. Stellt man sich das Internet als Schienennetz vor, dann bilden die ICE-Strecken das Backbone. Der Provider, über den private Benutzer sich ins Internet einwählen, ist an ein oder mehrere Backbones angeschlossen oder betreibt ein eigenes Backbone. Grosse Backbones werden häufig von internationalen Organisationen und Unternehmen betrieben.



 

   

 

Abbildung 1: Die "Autobahnen" des Internet

 



Detail
Ein Backbone (engl. "Rückgrat") ist die zentrale, schnellste Verbindung in einem Netzwerk. Es hat meist selbst die Form eines Netzwerks, seltener auch eines Ringes. Meist sind mit Backbone die wichtigsten Verbindungen des Internet gemeint, aber auch in kleineren Netzwerken, z.B. in Firmen ist die zentrale Kabelverbindung der Rechner ein Backbone.

Backbone-Verbindungen haben eine hohe Bandbreite, es können also grosse Datenmengen gleichzeitig hindurchfliessen. Für den Benutzer ist das wichtig, weil damit beispielsweise die Ladezeit von Webseiten oder die Dauer von Daten-Downloads verkürzt wird.

Der Begriff Backbone ist allerdings relativ: Die Bandbreite des Backbones in einem kleinen Netzwerk kann sehr viel geringer sein als die der normalen Leitungen eines grossen Netzwerks.

Für Backbones verwendet man in der Regel Glasfaserkabel, die bei Transatlantikverbindungen einen äusseren Durchmesser von knapp fünf Zentimeter erreichen können.

Im Unterschied zu normalen Internetverbindungen sind Backbone-Verbindungen nicht redundant: Normalerweise können sich Daten auf verschiedenen Wegen durchs Netz bewegen, je nachdem, welcher gerade am günstigsten scheint. Eine Backbone-Anbindung ist aber häufig nur einmal vorhanden; wenn sie ausfällt, ist das betreffende Netzwerk vom restlichen Internet abgeschnitten. Hängt z.B. ein Provider nur an einem einzigen Backbone, verlieren bei einer Panne alle seine Kunden vorübergehend ihren Internetzugang. Deshalb sind Provider in der Regel an mehrere Backbones angeschlossen.

1986 wurde mit dem NSFNET der US-amerikanischen National Science Foundation ein grosser Backbone in Betrieb genommen. Die Bandbreite dieses Backbones betrug

  • 1986 56.000 Bit/s (56 kbit/s; eine DIN-A-4-Seite Text umfasst etwa 20.000 bit),
  • 1989 bereits 1,5 Millionen bit/s (1,5 Mbit/s)
  • 1993 45 Millionen bit/s (45 Mbit/s).
  • 1995 wurde das NSFNET eingestellt
  • 2000 waren für Backbones Übertragungskapazitäten ab 1 Milliarde bit/s (1Gbit/s) üblich. Ein Ende der Beschleunigung ist vorerst nicht abzusehen.

1992 wurde der erste europäische Internet-Backbone EBONE in Betrieb genommen. EBONE wird von mehreren Internet Service Providern und Telekommunikationsgesellschaften gemeinsam betrieben und verbindet Datennetze in über 30 Ländern.

Einige wichtige Backbones im deutschsprachigen Raum werden beispielsweise vom Deutschen Forschungsnetz DFN (www.dfn.de), der Deutschen Telekom AG, Nacamar (www.tiscali-business.de/), KPNQwest (www.kpnqwest.de), ContribNet und UUnet (neu: WorldCom http://global.mci.com/de/) betrieben. Zu den meisten europäischen Backbone-Netzen gehört auch eine eigene Anbindung in die USA.

Es gibt zentrale Datenaustauschpunkte, an denen sich die einzelnen Backbones überschneiden. Sie werden in der Regel von gemeinsamen Organisationen der verschiedenen Backbonebetreiber finanziert und verwaltet. Die wichtigsten Datenaustauschpunkte zwischen Backbones sind im deutschsprachigen Raum der

  • "Deutsche Commercial Internet Exchange" DE-CIX in Frankfurt,
  • MAE Frankfurt,
  • INXS München,
  • "Vienna Internet-Exchange" in Österreich VIX,
  • "Swiss Internet eXchange" SIX,
  • CIXP in Genf
  • und "Telehouse Internet Exchange" TIX in Zürich
Über das DE-CIX-"Datendrehkreuz" liefen im April 2000 etwa 85 Prozent des deutschen Internet-Datenverkehrs.

Bevor DE-CIX 1995 ins Leben gerufen wurde, mussten alle Daten, die eigentlich nur von einem deutschen Providernetzwerk zu einem anderen geschickt werden sollten, über Transatlantikleitungen in die USA und von dort wieder zurück geleitet werden, weil die deutschen Provider keine eigenen Datenaustauschpunkte unterhielten. Das jetzige Verfahren ist nicht nur schneller, sondern auch billiger für die angeschlossenen Unternehmen und Organisationen, die nicht mehr die Kosten für den Datentransfer in die USA tragen müssen.

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