Synonyme und Abkürzungen
Asymmetrical Digital Subscriber Line
Ähnliche Begriffe
DSL,
TDSL,
ISDN,
Modem
Überblick
ADSL ist eine relativ neue Zugangstechnik zum Internet, die deutlich schneller
als eine Modem- oder ISDN- Verbindung ist, aber im Gegensatz zu
Glasfaseranbindungen nicht den Aufbau einer komplett neuen Netzinfrastruktur
bedingt. ADSL-Verbindungen werden stattdessen auf das Telefonnetz in einem so
hohen Frequenzbereich aufmoduliert, dass sie gleichzeitig stattfindende
Telefongespräche nicht stören. ADSL-Verbindungen sind "asymmetrisch", das
heisst in diesem Fall, dass die Download-Geschwindigkeit höher als die des Upload ist.
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Abbildung 1: Anbindungsprinzip von ADSL
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Detail
ADSL ist eine Zugangstechnik zum Internet, die eine mehr als 10x höhere
Datentransferrate als ISDN hat.Die Abkürzung steht für "Asymmetrical Digital
Subscriber Line", also eine digitale Standleitung mit unterschiedlichen hohen
Datentransferraten (siehe Bandbreite) für Upload und Download. Dabei ist die Download-Rate höher, üblicherweise
bei 768 KBit/s bis 1 Mbit/s als die Upload-Rate mit 128 bis 256
KBit/s. Dies entspricht den Ansprüchen eines typischen Benutzers, der nur
wenige Datenpakete sendet, um zum Beispiel eine Webseite anzufordern, aber
viele Pakete empfängt (die in diesem Beispiel dann die Webseite und die
dazugehörigen Grafiken enthalten). Gegenüber ISDN hat es noch einen weiteren
Vorteil: während man bei ISDN zwar gleichzeitig telefonieren und online sein
kann, so ist dies nur möglich, wenn zwei B-Kanäle geschaltet sind (siehe ISDN). Bei ADSL hingegen können Daten und Telefongespräche
über eine Leitung übertragen werden. Dies wird dadurch erreicht, dass die Daten
in einem Hochfrequenzband, die Sprache wie gewohnt im niederfrequenten Bereich
übertragen werden. Diese Doppelnutzung ist sowohl mit einem herkömmlichen
Telefonanschluss als auch mit einer ISDN-Leitung möglich und durch sie kann
eine ADSL-Verbindung als Standleitung (auf der ständig Daten übertragen werden)
genutzt werden.
Für die Nutzung von ADSL muss zunächst der Telefonanschluss seitens des
Providers durchgemessen werden, wobei überprüft wird, ob die Leitung für ADSL
geeignet ist. Glasfaserstrecken auf dem Weg zur Vermittlungsstelle oder eine zu
grosse Entfernung zur nächsten Vermittlungstelle machen einen ADSL-Einsatz
unmöglich. Bei der Installation wird an die Telefonbuchse ein sogenannter
Splitter (von engl. "split": aufteilen, trennen) angeschlossen, ein
elektronisches Gerät, das Daten und Sprache voneinander trennt. Die
Sprachanteile werden an den am Splitter angebrachten Telefonanschluss
weitergegeben, die Daten an ein ADSL-Modem. Dieses funktioniert ähnlich wie ein
herkömmliches Modem, rekonstruiert also die digitalen Daten aus der Modulation
der Trägerfrequenz. Dieses Modem kann entweder ein eigenes Gerät sein, das mit
einem "Ethernet"-Kabel an den Computer angeschlossen wird, oder es wird eine
Steckkarte mitgeliefert.
Technisch wird ADSL so realisiert, dass die Daten auf Trägerfrequenzen von 500
Khz bis 12 Mhz aufmoduliert werden. Um Überschneidungen zwischen Upstream und
Downstream zu vermeiden, können zwei unterschiedliche Verfahren verwendet
werden: entweder wird für den Upstream ein anderes Frequenzband als für den
Downstream genutzt (FDM, Frequency Division Multiplexing) oder die Bänder
überlappen, aber intelligente Filter löschen lokal Echos der gesendeten Daten
aus (Echo Cancellation). Somit bestehen auf der gleichen Leitung bis zu drei
Frequenzbänder parallel: das Niederfrequenzband für Sprache oder ISDN und zwei
unterschiedliche Hochfrequenzbänder für Daten. Aufgabe des Splitter ist es, die
Frequenzbänder für Sprache und Daten mit einer Kombination aus Hoch- und
Tiefpassfiltern abzutrennen. Gleichzeitig stellt er sicher, dass die Leitung
abgeschlossen ist und daher nicht als Hochfrequenzantenne den Empfang anderer
Geräte stört. Das ADSL-Modem funktioniert ähnlich wie ein herkömmliches Modem,
indem es die auf die Trägerfrequenz aufmodulierten Daten demoduliert und
umgekehrt digitale Daten in eine Modulation der analogen Frequenz umwandelt.
Auf der Gegenseite wird in der nächstgelegenen Telefonvermittlung eine
Kombination von Splittern und Modemschrank (DSLAM, DSL Access Mux genannt)
installiert, die die Daten abschöpfen und über eine Glasfaser-Anbindung zum
nächsten Knotenrechner weiterleiten, der sie ins Internet einspeist.
ADSL kann in seiner derzeitigen Form eine Transferrate bis zu 6,1 MBit/s
downstream ("flussabwärts", also zum Benutzer) oder 1MBit/s upstream
("flussaufwärts", also zum Anbieter) erreichen. Die maximal erreichbaren Raten
hängen auch von der Verbindungslänge zwischen Kunden und Vermittlungsstelle ab.
ADSL ist eine sogenannte "last mile"-Technik, also nur für Kurzstrecken in
Ballungszentren geeignet, da die maximal erreichbare Leitungslänge bei 2-4 km
liegt. ADSL ist im Moment eine der am stärksten wachsenden Arten der
Internet-Anbindung; im dritten Quartal 2000 wurde es allerdings erst von ca. 3
Millionen Benutzern weltweit eingesetzt.
ADSL ist ein Sonderfall der DSL-Techniken, die auf ähnlichen Prinzipien
aufbauend symmetrische oder asymmetrische Übertragungsraten von bis zu 23
MBit/s erreichen. Sie wurden bereits Anfang der 90er Jahre entwickelt, die
Markteinführung begann in Mitteleuropa jedoch erst ab ca. 1997 und der
Masseneinsatz ab ca. 2000.
ADSL wird in Deutschland von der Deutschen Telekom unter dem Markennamen T-DSL,
von QSC als Q-DSL und von Arcor als Arcor-DSL angeboten, in der Schweiz gibt es
mehrere Anbieter, die grössten sind Tiscali und Swisscom.
Weiterführende Links
DSL-Forum (recht technisch, Englisch):
www.dslforum.org/
Fragen und Antworten
Warum sind bei ADSL die Transferraten asymmetrisch?
Es liegt daran, dass üblicherweise FDM für die Vermeidung von Echos und
Störgeräuschen eingesetzt wird. FDM ist einfacher umzusetzen als Echo
Cancellation, bedingt aber zwei getrennte Frequenzbänder mit unterschiedlichem
Durchsatz. Es gibt aber mit SDSL auch symmetrische DSL-Standards.
Ich habe gehört, dass ADSL zwar schnell sein soll, aber aufgrund langer
Latenzen für Online-Spiele ungeeignet?
Die Latenzen (also die Zeit, bis ein Datenpaket ausgeliefert ist) sind abhängig
davon, wie die Daten in Pakete zusammengefasst werden. Üblicherweise wird
hierfür eine Interleaving-Technik eingesetzt, bei der aufeinanderfolgende Daten
mit späteren Daten verschachtelt gesendet werden, um eine bessere
Fehlerkorrektur zu erlauben. Dies sorgt für höhere Latenzen als z.B. bei ISDN.
Stattdessen kann auch "Fastpath" eingesetzt werden, bei dem die Reihenfolge der
Daten erhalten bleibt. Der Nachteil, der damit in Kauf genommen wird ist, dass
häufiger Pakete verworfen werden müssen, was besonders Videostreams und
Voice-over-IP (VoIP)-Anwendungen stört.
Warum werden nur ADSL-Angebote bis 1 MBit/s gemacht, wenn bis zu 6,1 MBit/s
technisch machbar wären?
Für den professionellen Einsatz gibt es auch schnellere Angebote, die kosten
dann aber auch mehr. Das Problem liegt im Einspeisen der Daten ins Internet.
Würden sie schneller angeliefert, dann müssten die Backbones entsprechend ausgebaut werden.
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